Ich heiße Martin Jakob und lebe mit meiner Familie in Pfedelbach, rund 60 km nördlich von Stuttgart. Ich arbeite als kommunaler Jugendreferent für die Gemeinde Pfedelbach und bin noch dazu als freiberuflicher Erlebnispädagoge und Teamtrainer tätig.
Über meine Erlebnisse und Eindrücke rund um meine Arbeit mit jungen Menschen schreibe ich hier auf diesem Blog.
Wenn Vegeta und Son Goku im Jugendzentrum Freetime gegeneinander kämpfen, dann ist das kein Streit unter den Besuchern. Vegeta und Son Goku sind Spielfiguren des Kultspiels Dragon Ball und kamen beim gleichnamigen Turnier zum Einsatz.
Das Jugendzentrum war – wie immer freitags – gut besucht, doch lange nicht alle der rund 40 Besucher wollten auch am Dragon Ball Turnier teilnehmen, welches parallel zum normalen Programm stattfand. Bis zum Start des Turniers um 18 Uhr hatten sich 14 Teilnehmer/innen in die Startliste eingetragen. Zuerst wurde ihnen ein Charakter aus dem Spiel zugelost, mit dem sie dann das Turnier bestreiten mussten. Gespielt wurde auf einer XBOX360 an der großen Leinwand. In der Vorrunde, welche zweieinhalb Stunden dauerte, traten die Jugendlichen im eins gegen eins gegeneinander an. Aufgeteilt in zwei Gruppen kämpften sie um den Einzug ins Halbfinale. Nur die zwei Besten jeder Gruppe kamen weiter. Es gab knappe Kämpfe und knappe Siege. Letztlich setzen sich Alex, Merlin, Finley und Jannik als Gruppenbeste durch. Die beiden Halbfinals gewannen dann Alex und Merlin, so dass sie im Finale aufeinandertrafen. Zuvor gab es aber noch den Kampf um Platz drei und vier zwischen Jannik und Finley, welchen Jannik für sich entschied. Im Finale setzte sich letztlich der spielerfahrene Alex gegen den 10 Jahre jüngeren Merlin durch und holte sich den Turniersieg. Das bedeutet auch, dass sein Name auf dem Wanderpokal verewigt wurde. Bei der anschließenden Siegerehrung bekamen alle Teilnehme noch eine Urkunde und die Plätze eins bis vier Sachpreise.
Zum fünften Mal fand am vergangenen Freitag der Tag des
Jugendraums im Hohenlohekreis statt. Sechs Jugendhäuser aus dem Landkreis
traten in einem Spaßwettkampf gegeneinander an. Der Sieger hieß zum dritten Mal
in Folge Pfedelbach. Eine tolle Teamleistung vieler Beteiligter trotz mäßigen
Wetters.
Kurzfilm zum Tag des Jugendraums in Pfedelbach
Das Ziel für uns Pfedelbacher war klar: Zum dritten Mal in Folge den Sieg erringen und dann den Wanderpokal behalten dürfen. Um dies zu erreichen musste jedoch einiges passen. Vor allem viele Helfer mussten kommen und das Jugendzentrum Freetime unterstützen. Außerdem musste das Wetter mitspielen. Das eine, nämlich viele Helfer organisieren, hatten wir selbst in der Hand. Durch die Unterstützung der Azubis der Firma Scheuerle Fahrzeugfabrik, der Feuerwehr Pfedelbach sowie des DLRG Pfedelbach und natürlich vielen weiteren Helfern von jung bis alt waren rund 130 Personen gekommen. Das hatte also schon mal geklappt. Der zweite Aspekt, nämlich das Wetter, konnten wir nicht beeinflussen. Da der Freitag ein regnerischer Tag war, wurde bereits am Donnerstag kurzerhand ein großes Zelt des DLRG Pfedelbach auf dem Parkplatz hinter dem Marstallgebäude aufgebaut und das Lager des DLRG freigeräumt. So gab es – zusammen mit den Räumlichkeiten des Jugendzentrums – genügend überdachte Fläche.
Bereits um 15 Uhr öffnete das Jugendzentrum Freetime an
diesem Tag seine Tore. Zwar begann der Spaßwettkampf erst um 17 Uhr, doch zuvor
konnte noch das neue FIFA20 Fußballspiel getestet werden, welches ebenfalls am
Freitag rauskam. Um 16:45 Uhr startete
der Countdown zum Wettkampf. Alle Anwesenden versammelten sich unter dem Zelt
oder daneben und lauschten den Anweisungen von Jugendreferent und
Jugendhausleiter Martin Jakob. Er erklärte noch einmal die Spielregeln und
schwörte die Mitstreiter darauf ein, alles zu geben und dennoch taktisch vorzugehen.
Immerhin galt es, in nur zwei Stunden 75 Aufgaben zu lösen. Dieselben Aufgaben
bekamen auch die anderen Jugendhäuser aus Waldenburg, Kupferzell, Künzelsau,
Öhringen und Niedernhall. Jedes Jugendhaus spielte bei sich vor Ort.
Punkt 17 Uhr wurden die vier Plakate mit den Aufgaben
entrollt. Es gab sieben Kategorien: Kreativaufgaben, Gegenstände,
Einzelpersonen, Gruppen, Fortbewegungsmittel, Tiere und zuletzt noch Pflanzen.
In jeder Kategorie gab es verschiedene Aufgaben zu erledigen, welche je nach
Schwierigkeitsgrad wiederum ein bis fünf Punkte einbrachten. Das Jugendhaus,
welches innerhalb der zwei Stunden die meisten Aufgaben erledigte und dies dann
alles auf einem Abschlussfoto ablichtete, wurde anschließend zum Sieger gekürt.
Noch nie seit dem Start dieser Aktion im Jahr 2011 konnte
ein Jugendhaus alle Aufgaben und somit alle Punkte erreichen. Bei der letzten
Ausgabe im Jahr 2017 (die Aktion findet nur alle zwei Jahre statt) waren wir
Pfedelbacher ganz knapp dran. Damals konnten wir nur eine Aufgabe nicht
erledigen. Damals scheiterten wir daran, eine Cheerleaderin mit Pompons
aufzutreiben. In diesem Jahr, also letzten Freitag, waren die Aufgaben dann noch
schwerer als in den Jahren zuvor. Es folgen beispielhaft ein paar wenige der insgesamt
75 Aufgaben die zu erledigen waren: Besorgt eine echte Rolex, eine Trike, einen
blühenden Kaktus, einen Physiotherapeuten und eine Verkäuferin mit
Abschlusszertifikat, eine Gartenfräse, eine Playstation 1 mit Controler, 10
Deutsche Mark, einen Sari (indisches Gewand), ein Ochsengeschirr oder auch drei
Sternsinger mit Kostümen. Bei den Kreativaufgaben mussten u.a. zwei Blech Donauwelle
gebacken, ein Bausatz zusammengebaut, drei Personen nach Vorlage geschminkt oder
auch zwei Topflappen von einer Person über 65 Jahre und einer Person unter 18
Jahre gehäkelt werden. Bei den Tieren waren sowohl leichte Aufgaben wie eine
Katze oder einen Regenwurm besorgen dabei, aber auch exotischere Tiere wie ein
Alpaka oder einen Papagei.
Als die Aufgaben einmal komplett vorgelesen waren, ging das Gewusel
los. Wie in einem Ameisenhaufen begannen alle Anwesenden sich um verschiedenste
Dinge zu kümmern. Manche rannten oder fuhren nachhause um etwas zu holen das
gebraucht wurde, andere zückten ihr Handy und telefonierten mit Freunden und
Bekannten. Einer davon war Bürgermeister Kunkel, der die gesamte Zeit über
dabei war und seine Kontakte ebenfalls nutze und einbrachte.
Bereits nach gut einer Stunde waren 72 der 75 Aufgaben bereits
erledigt oder zumindest die Zusage lag vor, dass die Gegenstände, Fahrzeuge,
Personen oder Tiere um kurz vor 19 Uhr zum Foto eintreffen werden. Es fehlten
lediglich noch ein Trike, ein Liegefahrrad und ein Papagei. Das Liegefahrrad
konnte schließlich organisiert werden. Somit waren nur noch das Trike und der
Papagei ein Problem. Zum erstaunen vieler stellten die Alpakas kein großes
Problem dar. Gleich drei Stück wurden von der Feuerwehr in Ohnholz abgeholt.
Als die Zusage für einen Papagei kam, war klar: Jetzt noch ein Trike irgendwo herbekommen
und wir könnten zum ersten Mal in der Geschichte des Tags des Jugendraums alle
Aufgaben schaffen. Jedoch stellte sich das Trike als Problem dar. Nicht einmal
der Trikeverleih in Bretzfeld hatte welche da. Gegen 18:30 Uhr dann die
erlösende Nachricht: Ein Trike kommt! Doch woher so plötzlich fragten sich alle?
Einige Jugendliche waren so einfallsreich und schauten bei Ebay Kleinanzeigen
nach, ob in der Umgebung nicht eines zum Verkauf angeboten wurde. Und
tatsächlich. Nicht weit weg wollte ein Mann sein Trike verkaufen. Die Jungs
riefe dort an, erklärten dem Besitzer, dass sie das Trike zwar nicht kaufen
wollen, es aber trotzdem brauchen, und zwar innerhalb der nächsten halben
Stunde. Sie hatten Glück. Der Mann fand die Aktion klasse und sagte zu mit
seinem Trike vorbei zu kommen. Jedoch würde es knapp werden mit 19 Uhr, meinte
er.
Als sich um 18:45 Uhr alle zum großen Abschlussfoto einfanden,
fehlten nur noch der Papagei und das Trike. Wie wir dann erfahren mussten, konnte
der Papagei doch nicht kommen. Doch was war mit dem Trike? Alle standen für das
Foto bereit, als um 18:55 Uhr ein knatternder Motor zu hören war und ein blaues
Trike um die Ecke bog. Der Jubel war riesengroß. Der Fahrer gesellte sich zu
den Sternsingern, dem Zahnarzt mit Rolex, dem Schäfer mit seinem Schäferhund
und all den anderen Personen. Punkt 19 Uhr wurde das Abschlussfoto gemacht und
der Punktestand ermittelt. Es fehlte in der Tat nur der Papagei, welcher 4
Punkte gebracht hätte. Nichts desto trotz konnten wir an die Jury im
Landratsamt durchgeben, dass Pfedelbach 206 von möglichen 210 Punkten erreicht
hat. Die Frage, ob dies jedoch auch zum dritten Sieg in Folge reichen würde,
blieb bestehen. Erst als gegen 19:15 Uhr via Facebook das Endergebnis bekannt gegeben
wurde und Pfedelbach auf Platz eins erschien, war der Jubel und die Erleichterung,
es erneut geschafft zu haben, groß. Als Dank gab es für alle Helfer noch ein
Freigetränk. Bei der Pokalübergabe gegen 19:40 Uhr war das Jugendzentrum im
Marstallgebäude noch immer gut gefüllt und alle jubelten über den Pokal.
Es war wieder eine geniale Teamleistung aller Beteiligten.
Einmal mehr zeigte auch diese Aktion, dass der Zusammenhalt und die
Zusammenarbeit der einzelnen Vereine, Gruppen, Institutionen und der
Pfedelbacher Bürger seines Gleichen sucht. Vielen Dank an dieser Stelle noch
einmal an alle die sich in irgendeiner Form am Tag des Jugendraums beteiligt
haben. Ihr alle seid spitze! Doch das wichtigste war am Ende nicht (nur) der
Sieg, sondern der Spaß an der der Sache, der trotz des nicht optimalen Wetters von
Anfang bis Ende da war.
INFO: Das Offizielle Endergebnis sieht wie
folgt aus: 1. Platz – Pfedelbach (206 Punkte), 2. Platz – Waldenburg (182
Punkte), 3. Platz- Kupferzell (179 Punkte), 4. Platz -Niedernhall (129 Punkte),
5. Platz – Öhringen (112 Punkte), 6. Platz Künzelsau (92 Punkte)
Der Tag des Jugendraums ist eine Veranstaltung des
Arbeitskreises Jugendarbeit im Hohenlohekreis unter der Leitung des
Kreisjugendreferates sowie der Kreisjugendreferentin Yasemin Serttürk. Der Tag
des Jugendraums wurde dieses Jahr in Pfedelbach von einem professionellen
Filmteam begleitet. In den nächsten Wochen entsteht von der Aktion ein Kurzfilm,
welcher dann online zu sehen sein wird. Sobald er fertig ist, wird hier im
Gemeindeblatt die Internetadresse veröffentlicht, wo der Film dann angesehen
werden kann.