Mit ‘Martin Jakob’ getaggte Beiträge

Stellen sie sich, lieber Leser/liebe Leserin mal folgende Situation vor: „Ein Verein organisiert ein Zeltlager für Kinder. Die Kinder werden von den Mitarbeitern am ersten Tag darauf hingewiesen, dass sie das Lagergelände nur Nachmittags und dann auch nur nach vorheriger Abmeldung in Gruppen von mindesten 3 Personen verlassen dürfen um Beispielsweise in das naheliegende Dorf zu gehen. Nun hat sich  eine kleine Gruppe von fünf Personen bereits am Vormittag in das Dorf begeben, sich jedoch zuvor bei einem Freizeitmitarbeiter abgemeldet. Im Dorf entdecken die 11 – 13 Jahre alten Jungs dann ganz viele schöne Autos am Straßenrand, die sich hervorragend zum bemalen eignen. Da sie keine Stifte dabei haben, tun sie dies mit Steinen. Fünf Autos werden so zerkratzt.“ Nun die alles entscheidende Frage: Wer kommt für den Schaden auf? Damit einher geht auch die Frage, ob die Mitarbeiter der Freizeit wegen Aufsichtspflichtverletzung haftbar gemacht werden können oder nicht? War es denn überhaupt eine Aufsichtspflichtverletzung?

Mit solchen und ganz vielen weiteren praxisnahen Situationen aus der Jugendarbeit beschäftigten sich die Teilnehmer des Workshops „Recht – Verständlich“. Organisiert wurde dieser vom Jugendreferat Pfedelbach. Im Rahmen der zwei Mal pro Jahr stattfindenden Treffen unter dem Namen „Bündnis Jugendarbeit Pfedelbach“ stand am 10. Oktober das Thema Rechtslagen in der Jugendarbeit auf dem Programm. Als Referent war der Künzelsauer Rechtsanwalt Christian Hühn gekommen. Er ist selbst in der Jugendarbeit tätig und konnte den 10 Workshop Teilnehmern daher sehr praxisnah erläutern, auf was man in Sachen Aufsichtspflicht achten muss. Außerdem gab er einen Einblick in die grundsätzlichen Regelungen des deutschen Rechtssystems. Rund zweieinhalb Stunden ging der kurzweilige Abend, der in den Räumen des Musikverein Pfedelbach stattfand. Am Ende verließen die Teilnehmer den Workshop mit vielen neuen Erkenntnissen und einem guten Grundlagenwissen zum Thema Recht in der Jugendarbeit und Aufsichtspflicht im speziellen.

Um das Fallbeispiel vom Anfang noch aufzuklären: Die Freizeitmitarbeiter traf in diesem tatsächlich vorgefallenen Delikt eine Mitschuld, da sie die Jugendlichen am Vormittag haben gehen lassen, obwohl dies eigentlich nicht erlaubt war. Sie stellten also Regeln auf die sie nicht einhielten. Das sah das Gericht als Grund an, den Mitarbeitern bzw. dem Mitarbeiter der die Jungs hatte gehen lassen, eine Aufsichtspflichtverletzung zu unterstellen und ihn und den Verein somit haftbar zu machen.

INFO: Das Bündnis Jugendarbeit Pfedelbach besteht seit 2010. Es ist ein Treffen von Menschen, die in irgend einer Form Jugendarbeit in Pfedelbach betreiben oder in sonst einer Form mit jungen Menschen zu tun haben. Die Treffen finden zwei Mal pro Jahr statt. Einmal in Form einer Austauschrunde und ein zweites Mal in Form einer Fortbildung oder eines Workshops. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Ziel der Treffen ist es, dass sich Mitarbeiter in der Pfedelbacher Jugendarbeit gegenseitig kenne lernen und es Möglichkeiten des Austausches und der Weiterbildung über den eigenen Verein hinaus gibt.

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Seit 10 Jahren gibt es nun schon das Jugendreferat Pfedelbach. Dieses Jubiläum wurde mit einem Festwochenende gefeiert. Am 23.9.2016 startete das Festwochenende mit dem festliche Teil. Im Jugendzentrum Freetime fanden sich rund 35 Personen ein. Neben einigen Jugendlichen – die sich extra in Schale geworfen hatten – auch Bürgermeister Kunkel, Herr Schüz vom Albert-Schweitzer-Kinderdorf e.V. in Waldenburg (der Träger des Jugendreferates), einigen Gemeinderäten, Vertretern vom Jugendamt und der örtlichen Schule sowie weitere Wegbegleiter. In kurzen Reden zeigten Bürgermeister Kunkel und Herr Schüz den Werdegang des Jugendreferates sowie dessen pädagogische Wichtigkeit auf. Jugendreferent Martin Jakob nahm die Zuhörer anschließend mit auf eine kleine Reise durch zehn Jahre, die er anhand von fünf Stationen aufzeigte. Im Anschluss wurde noch die neu gestaltete Außenanlage des Jugendzentrums eingeweiht. Alle Beteiligten waren sich einig, dass diese sehr gelungen ist und einen tollen Treffpunkt darstellt.

Am Samstag folgte dann die Einweihungsparty für die Jugendlichen. Mit einer Grillparty wurde der Außenbereich noch einmal voll genutzt. Das entsprechende Wetter dazu war zum Glück gegeben.

Sonntags folgte dann noch ein „Tag der offenen Tür“ im Jugendzentrum Freetime. Dieser wurde von der Bevölkerung  genutzt, um einmal einen Blick in die Räume zu werfen. Auch einige Eltern, deren Kinder das Jugendzentrum Freetime besuchen, schauten zum ersten Mal dort vorbei und bekamen einen Eindruck davon, wo sich ihre Kinder unter der Woche aufhalten. Auch der Außenbereich war dank des tollen Wetters gut besucht und wurde zum Verweilen genutzt. Natürlich waren auch am Sonntag viele Jugendliche anwesend. Die Chance auch sonntags ins Jugendzentrum zu gehen wollten sie sich nicht entgehen lassen. Einige meinten auch, das Jugendzentrum könne ruhig jeden Sonntag geöffnet sein. Das wird aber wohl eher ein Wunsch bleiben. Dennoch war das gesamte Jubiläumswochenende ein voller Erfolg mit vielen netten Besuchern.

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Neun Teams aus neun Kommunen des Hohenlohekreises gingen am Sonntag den 19. Juni 2016 beim „Spiel ohne Grenzen“ auf dem Gelände der Landesgartenschau in Öhringen an den Start. Pfedelbach wurde dabei vom Jugendzentrum Freetime vertreten.

Ohne zu wissen welche Aufgaben auf uns zukommen würden, machten wir uns am Sonntag auf den Weg zur LaGa. Wir, das waren drei Jungs und drei Mädchen des Jugendzentrum Freetime in Begleitung  von Jugendreferent Martin Jakob. Pünktlich zum Start um 10:30 Uhr am Landkreispavillion waren neun Teams erschienen. Kurz wurde der Ablauf erklärt und dann ging es auch schon los. An sechs Stationen mussten die Teams unterschiedlichste Aufgaben bewältigen. Von Geschicklichkeitsübungen über Ratespiele bis hin zu Teamaufgaben war alles dabei. So musste zum Beispiel eine bestimmte Strecke in einem Rollstuhl durchfahren oder Kegel mit einem an einer Schnur befestigten Kugel umgekegelt werden. Am Stand des THW Pfedelbach wartete ein Hindernisparcours, durch den Wasser transportiert werden musste. Innerhalb von zehn Minuten musste so viel Wasser wie möglich in einen Eimer geschüttet und dieser dann mit einer Schubkarre im Slalom zu einer Plattform gebracht werden. Von dort wurde das Wasser wieder mit zwei Bechern ausgeschöpft, nach oben auf die Plattform gereicht und von dort in einen Schlauch gefüllt. Die Wassermenge die am Ende des Schlauches heraus kam wurde gemessen und entschied über die Punkteausbeute.

Insgesamt waren es sehr vielseitige und abwechslungsreiche Stationen. Teilweise war die Größe unserer Jungs, die zuvor als ein Vorteil angesehen wurde, sogar ein Nachteil. Während unsere 12 oder 13-jährigen Gegner locker unter einem Biertisch durchkrochen, mussten sich unsere großen Jungs hier abmühen. Letztlich war mehr der Siegeswille und die gute Teamleistung ausschlaggebend für die Punktausbeute als das Alter und die Größe der Teilnehmer.

Als um 14:30 Uhr am Landkreispavillion von Landrat Dr. Neth die Sieger bekannt gegeben wurden, war die Spannung im Team Pfedelbach spürbar. Alle wussten, dass wir gut im Rennen lagen, doch hat es am Ende für ein Platzierung unter die Top drei gereicht? Das war die große Frage. Dann die Erleichterung und die große Freude.  Das Team Pfedelbach hatte sich mit 51 von 60 möglichen Punkten knapp vor Niedernhall (49 Punkte) und Mulfingen (48 Punkte) durchgesetzt und somit den Sieg eingefahren. Als Preis für den ersten Platz gab es einen Gutschein in Höhe von 500 Euro. Die zweitplatzierten erhielten 300 Euro und die Drittplatzierten 200 Euro.

Ein toller Sieg, der sogleich die Frage aufwarf, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Schnell waren sich alle Beteiligten einig, dass es in den Ausbau der Chillzone (Außenanlage beim Freetime) investiert werden soll. In welcher Form wird sich zeigen.

Für das Team Pfedelbach waren am Start: Kim Schmid, Melinda Gauger, Karina Zander, Daniel Pietzko, Dawid Pietzko und Kim Stang.

 

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Die ersten richtig warmen Tage des Jahres standen am vergangen Wochenende vor der Tür und gleichzeitig auch unsere dreitägige Kanufreizeit. Mit zwei Kleinbussen und einem Anhänger voller Kanus ging es ab nach Bayern zum paddeln auf der Altmühl.

Direkt nach der Schule trafen sich am Freitag die Pfedelbacher Teilnehmer in der Ortsmitte und starteten mit Jugendreferent Martin Jakob in das Abenteuer. In Kupferzell schlossen sich uns noch Jugendliche aus den Jugendreferaten Kupferzell und Künzelsau, samt deren Jugendreferenten an. Gemeinsam ging es dann auf die zweistündige Anreise nach Dollnstein an der Altmühl. Auf dem dortigen Campingplatz bezogen wir unser Quartier und richteten uns ein. Geschlafen wurde in zwei Tipi-Zelten, während zwei weitere große Zelte als Küchen- und Mannschaftszelt für unsere 14-köpfige Truppe dienten. Als alles aufgebaut war, wollten einige Teilnehmer unbedingt noch in der Altmühl baden gehen. Das Wasser hatte zwar nicht einmal 10 Grad, doch das hielt die Jungs und Mädels nicht davon ab, dennoch im Fluss zu baden, wenn auch nur kurz. Nach einer heißen Dusche gab es Fleisch und Wurst vom Grill. Anschließend wurde der Abend mit Gesellschaftsspielen verbracht. Um ein Uhr schickten wir drei Betreuer alle ins Bett, schließlich lag am nächsten Tag eine längere Paddelstrecke vor uns.

Nach einer kalten Nacht begann der Samstag sehr freundlich. Mit frischen Brötchen und einem heißen Kaffee oder Tee war die Kälte schnell vergessen und die Vorfreude aufs paddeln stieg. Vom Campingplatz aus fuhren wir nach Solnhofen zur Einstiegsstelle. Dort ließen wir unsere Kanus zu Wasser und die Fahrt auf der Altmühl begann. Sechs der elf Teilnehmer im Alter zwischen 12 – 20 Jahre saßen in diesem Moment zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Kanu. Entsprechend schwer taten sich einige, die zuvor erklärte Paddelschläge zum Lenken richtig auszuführen. Da die Altmühl jedoch ein sehr ruhiger und langsam fließender Fluss ist – in Kanufahrerkreisen wird die Altmühl scherzhaft auch als längster See Deutschlands bezeichnet – hatten alle die nötige Zeit das Steuern zu erlernen.

Die Highlights auf unserer 13 Kilometer langen Strecke waren die beiden Wasserrutschen. Das sind Stauwehre, die in der Mitte eine Fahrrinne für Boote haben. Dort kann man mit dem Kanu eine kurze abschüssige Rampe hinunter fahren. Die Strömung und die Wellen am Ende der Wasserrutsche haben es dabei in sich. So manches Boot ist hier schon gekentert. Entsprechend aufgeregt waren unsere Teilnehmer, als sie die Wasserrutschen passierten. Alle schafften die Durchfahrt jedoch ohne zu kentern. Lediglich ein bis zwei Schwalle Wasser schwappten ins Boot und machten die im Boot vorne sitzende Person ziemlich nass. An der zweiten Wasserrutsche hätten es Dawid Pietzko und Paul Seemann fast geschafft ihr Kanu zu versenken. Nur Haarscharf entgingen sie dem Kentern. Ihr Kanu war jedoch nach der Durchfahrt der Wasserrutsche mit rund 400 Liter Wasser gefüllt, so dass sie ans Ufer fahren und ihr Boot ausleeren mussten.

Nach sechs Stunden Paddelzeit, inklusive einer Stunde Mittagspause, kamen wir um 18 Uhr wieder an unserem Campingplatz an. Den Abend verbrachten wir mit duschen, Essen und Kubb spielen. Als um 22 Uhr Nachtruhe auf dem Campingplatz war, setzten wir uns in den Aufenthaltsraum des Campingplatzes und unterhielten uns dort bis ein Uhr nachts. Es waren sehr tiefgründige und ehrliche Gespräche über Erziehungsfragen, gegenseitigen Respekt, Gebrauch von Schimpfworten, Lebensplanung, Organspende und zerrüttete Familienverhältnisse. Viele Jugendliche gaben erstaunlich viel von sich selbst Preis und vertrauten uns Erwachsenen sowie den anderen Teilnehmern viele ihrer Sorgen und Ängste an.

Der Sonntag war dann nicht nur unser Abreisetag. Bevor es auf die Rückfahrt nach Pfedelbach ging, wurde noch einmal gepaddelt. Acht Kilometer standen auf dem Programm. Die ersten drei Kilometer hatten es dabei in sich. Starker Gegenwind sorget dafür, dass alle doppelt so hart paddeln mussten, um überhaupt von der Stelle zu kommen. Auf der Wasseroberfläche bildeten sich sogar rund fünf Zentimeter hohe Wellen, gegen die wir anfahren mussten. Sobald wir aufhörten zu paddeln, trieb es uns Fluss aufwärts. Der Wind war stärker als die Strömung. Ein echter Härtetest für alle. Durchhaltevermögen und Kampfgeist waren gefragt. Als die Altmühl dann endlich eine Biegung machte kam der Wind von der Seite. Das war schon viel angenehmer. Auf den letzten drei Kilometern hatten wir dann sogar Rückenwind und waren deutlich schneller unterwegs. Nach etwa drei Stunden hatten wir das Ziel erreicht. Wir verluden die Kanus auf den Anhänger und machten uns auf die Rückfahrt nach Pfedelbach, wo wir um 18:30 Uhr eintrafen.

Neben Sonnenbrand und Muskelkater haben wir auch sehr viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse mitgebracht. Die Lust aufs Kanufahren wurde in den Jugendlichen geweckt und alle hatten ihren Spaß. Keiner hatte es bereut mitgegangen zu sein. Im Gegenteil: Die ersten fragten schon an, wann wir das nächste Mal Kanufahren gehen? Das steht noch nicht fest, doch es wird sicher ein nächsten Mal geben.

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