Mit ‘#jugendzentrumpfedelbach’ getaggte Beiträge

Was haben Jugendliche im Alter zwischen 12 – 14 Jahren bei einer Veranstaltung für Senioren zu suchen? Die Antwort ist ganz einfach: Sie sind zum Helfen und unterstützen gekommen!

So geschehen am 10. April 2019 bei der Veranstaltung „Generation 60+ Mobil und sicher im Alter“ die in der Pfedelbacher Nobelgusch stattfand. Neben vielen Infoständen zum Thema Alter und Pflege gab es im Außenbereich der Nobelgusch einen Rollator-Parcours. Dieser wurde vom Polizeipräsidium Heilbronn aufgebaut und bot den anwesenden Senioren die Möglichkeit, den sicheren Umgang mit einem Rollator zu üben. Damit die älteren Menschen nicht alleine mit ihrem Rollator durch den Parcours laufen mussten, gab es „Wegbegleiter“. Dies waren Helfer der Gruppe „Senioren für Senioren Pfedelbach“ sowie fünf Jugendliche des Pfedelbacher Jugendzentrums Freetime in Begleitung von Jugendreferent Martin Jakob.

Noch vor Beginn der Veranstaltung bekamen alle „Wegbegleiter“ eine Einweisung von Herr Kempf von der Polizei. Anschließend durchliefen die Jugendlichen den Rollator-Parcours auch selbst einmal mit einem Rollator. Dies fiel ihnen verständlicherweise nicht sonderlich schwer, dennoch war es gut zu wissen wie sich das laufen mit einer solchen Gehhilfe anfühlt.  Als der Rollator-Parcours dann für die Senioren geöffnet wurde, hatten die „Wegbegleiter“ alle Hände voll zu tun. Der Parcours fand großen Anklang bei den Besuchern und wurde rege genutzt. Immer in Begleitung eines Helfers vom Seniorenkreis oder einem der fünf Jugendlichen durchliefen die Senioren den Hindernisparcours. Nach zwei Stunden hatten alle Senioren ihren Rollatorführerschein erhalten und der Parcours wurde geschlossen.

Für die fünf jungen Leute des Jugendzentrum Freetime war es ein besonderer Nachmittag. Vor allem die Dankbarkeit der älteren Menschen für die Hilfe und Unterstützung hinterließ bei ihnen ein gutes Gefühl. Sie alle fanden den Nachmittag mit den Senioren „ziemlich cool“ und haben es nicht bereut, sich ehrenamtlich engagiert zu haben.

Spaß haben und dabei noch etwas Gutes tun. Das war das Motto der Osterferienaktion des Pfedelbacher Jugendzentrums Freetime. Unter dem Namen „Schlag den Martin“ konnten Jugendliche im Stil von „Schlag den Raab“ an zwei Tagen in verschiedenen Spielen gegen Pfedelbachs Jugendreferent Martin Jakob antreten.

Die bei dieser Aktion zusammengekommene Spende der Jugendlichen des Jugendzentrums in Höhe von 400 Euro wurde am 8. Mai 2018 an Vertreter des Vereins HELP! – Wir helfen! e.V. übergeben. Mit der Spende wurde mittlerweile ein kleines philippinisches Mädchen mit Kiefer-Gaumen-Spalte (Hasenscharte) namens Rodge Jhunlan Versoza erfolgreich operiert. Herr Zeisberger und Frau Cimander vom Verein HELP! – Wir helfen! e.V. übergaben an diesem Abend den Jugendlichen im Jugendzentrum Freetime ihre Spenderurkunde mit Vorher- und Nachher Fotos der kleinen Rodge. In einem anschließenden, etwa einstündigen Vortrag, erhielten die über zwanzig anwesenden Jugendliche weitere Einblicke in die Arbeit des Vereins auf den Philippinen. Dabei wurde allen Anwesenden bewusst, wie dankbar sie sich schätzen können, in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland zu leben. Im Anschluss gab es noch einzelne Gespräche im Jugendzentrum mit Kommentaren wie: „Ich gebe manchmal mehr als 400 Euro für einmal shoppen gehen in Stuttgart oder Heilbronn aus. Die Sachen schmeiß ich meistens nach zwei oder drei Jahren wieder weg. Die Spende von 400 Euro helfen der kleinen Rodge dagegen ein Leben lang. Das ist schon krass aber auch gut so!“

Weitere Informationen zum Verein HELP! – Wir helfen! e.V. findet man im Internet unter http://www.help-wirhelfen.de. Informationen zum Pfedelbacher Jugendzentrum, welches in Trägerschaft des Albert-Schweitzer-Kinderdorf e.V. in Waldenburg agiert, gibt es ebenfalls online unter http://www.freetime-pfedelbach.de.

Ganz so krass wie die Überschrift es vermuten lässt war es nicht. Dennoch war es ein echtes Abenteuer, dem sich am Himmelfahrtswochenende die sieben Teilnehmer und die beiden Betreuer bei Ihrer Kurzfreizeit stellten.

Unter dem Namen „Get X-treme“ veranstaltetet das Jugendzentrum Freetime in Kooperation mit dem Jugendhaus A-Moll aus Kupferzell eine dreitägige Freizeit der besonderen Art. Die Teilnehmer im Alter zwischen 12 – 24 Jahren stellten sich der Herausforderung, drei Tage zu Fuß unterwegs zu sein, ohne Essen und Geld mitzunehmen. Auch Zelte wurden keine mitgenommen. Lediglich eine Isomatte und einen Schlafsack sowie Wechselkleidung durfte jede Person dabeihaben. Bevor es losging konnten die Teilnehmer noch verschiedene nützliche Dinge „einkaufen“. Auf dem Billardtisch im Jugendzentrum Freetime lagen 30 Gegenstände wie etwa ein Campingkocher, eine Plane, eine Säge, Grillanzünder, Klebeband, Spielkarten, oder auch ein Baseballschläger. Alles war mit einem „Preis“ von 1 bis 4 versehen. Alle sieben Teilnehmer sowie die beiden Betreuer durften vor dem „Einkauf“ einmal mit einem Würfel würfeln. Mit der erwürfelten Summe konnten dann entsprechend viele Gegenstände erworben werden. Nach einiger Diskussion stand fest, dass der Baseballschläger im Freetime bleibt. Der Campingkocher und die Plane sowie einige weitere nützliche Gegenstände wurden mitgenommen. Die größte Diskussion gab es beim Toilettenpapier. Manche wollten es mitnehmen, andere sahen hierfür kein Bedarf. Letztlich wurde es doch mitgenommen.

Als es dann endlich los ging, stiegen alle in einen Kleinbus und bekamen die Augen verbunden. So ging es zu einem unbekannten Startpunkt mitten in einem Waldstück bei Schwäbisch Hall-Oberrot. Dort angekommen durften alle ihre Augenbinden abnehmen. Jeder sah sich um, doch außer Bäume und vier Waldwege war nichts zu sehen. Gemeinsam beschlossen wir dann, einem der vier Wege zu folgen bis wir entweder in ein Dorf kamen oder jemanden treffen würden, der uns sagen konnte, wo wir überhaupt sind. Zu allem Überfluss regnete es an diesem Tag, es war der Feiertag Himmelfahrt, so dass wir gleich zu Beginn schon nass wurden. Nach einer Stunde laufen trafen wir endliche auf eine kleine Gruppe Wanderer die uns auf unserer Karte zeigen konnten, wo wir eigentlich waren. Da mussten wir feststellen, dass wir eine Stunde lang in die genau entgegensetzte Richtung zu Pfedelbach gelaufen waren. Doch das konnte ja keiner von uns wissen. Mit den Angaben der Wanderer begaben wir uns dann auf dem Jakobsweg in Richtung Osten. Dort lag laut Karte der nächste Ort. Es war Sittenhardt. Rund neunzig Minuten später trafen wir bei strömendem Regen in Sittenhard ein. Unser Ziel war das Festzelt in der Ortsmitte wo aufgrund des Feiertags eine Hocketse des örtlichen Gesangvereins stattfand. Da wir aber absichtlich kein Geld und kein Essen mitgenommen hatten – wir wollten uns ja die komplette Zeit über irgendwie durchschlagen, darum ging es nämlich bei dieser Freizeit – konnten wir uns nicht einfach auf dem Fest etwas zu Essen und zu Trinken kaufen. So setzten wir uns erst einmal ins Festzelt. Sieben Jungs mit zwei Betreuern, völlig nass vom Regen und mit vollbepackten Rucksäcken, gaben ein Bild ab, das für neugierige Blicke bei den anderen Festbesuchern sorgte. Keiner unserer Jungs traute sich jedoch, die Bedienung am Essenstand anzusprechen und ihnen zu erklären wer wir sind, was wir machen und dabei zu fragen, ob wir eventuell etwas zu Essen umsonst bekommen könnten? Nach etwa 30 Minuten kam ein Mann auf uns zu und fragte, wer wir denn seien und wo wir hinwollen? Die Jungs erzählten ihm von unserem Projekt. Der Mann hieß Günther und fand es klasse was wir da machten. Die Jungs hatten ihm nämlich auch erzählt, dass sie sogar ihre Handys zuhause gelassen hatten um ein echtes Abenteuer zu erleben. Günther, so stellte sich schon bald heraus, war die gute Seele des Ortes. Ihn kennt in Sittenhardt wohl jeder. Er organisierte bei seinen Kollegen vom Gesangverein eine kostenlose Portion Pommes für alle. Das tat gut und ermutigte alle.

Als Günther fragte, wo wir denn nachts schlafen würden, sagten wir ihm, dass wir das noch nicht wissen. Zur Not im Wald unter einer aufgespannten Plane. Eine Scheune sei uns aber lieber sagten wir. Spontan bot er uns an, auf seinem Heuboden im Stall zu schlafen. Ein trockener Übernachtungsplatz war bei dem Regenwetter Gold wert. Als wir unser Nachtlager eingerichtet hatten, schlüpften zwei der Teilnehmer direkt in ihre Schlafsäcke. Die Anderen Beschlossen noch einmal auf das nahegelegene Fest zu gehen um dort im Festzelt Karten zu spielen. Wie das so ist auf dem Dorf, saßen dort zu später Stunde nur noch ein paar wenige Vereinsmitglieder in geselliger Runde beisammen. Wir sollten uns zu ihnen setzten. So redeten wir noch lange mit Ihnen. Nebenbei machten sie uns noch die restlichen Weißwürste warm, beschenkten uns mit Brezeln und Getränken gab es ebenfalls umsonst. Und als ob es nicht schon genug der Gastfreundschaft gewesen wäre, hatte Günther auch schon ein Frühstück für uns organisiert.

Am nächsten Morgen um 8 Uhr, nach einer trockenen Nacht im „Heuhotel“ wie wir es nannten, stand bei strahlendem Sonnenschein ein Tisch mit frischem Kaffee, Tee, Brötchen sowie Marmelade, Butter, Wurst und Käse für uns bereit. Sogar eine Tüte mit frisch gebackenen Muffins stand bereit. Alles vorbereitet von Günther, seiner Frau und seiner Nachbarin. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns von Günther und machten uns auf in Richtung Bubenorbis. Jedoch konnten wir nicht einfach nur geradewegs draufloslaufen. Um den Trip noch etwas spannender zu machen, hatten wir die gesamte Zeit in Abschnitte von zwei Stunden eingeteilt. In dieser Zeit war immer eine andere Person aus der Gruppe der Teamführer. Außerdem musste in diesen beiden Stunden auch immer eine bestimmte Aufgabe erledigt werden. Eine der Aufgabe lautetet an diesem Vormittag des zweiten Tages, dass 20 Minuten lang keine Person ihren Rucksack tragen durfte. Es musste also ein Gestell gebaut werden, mit dem das Gepäck transportiert werden kann. Mit langen und dicke Äste aus dem Wald wurden als Tragestangen auserkoren und alle Rucksäcke darauf aufgefädelt. Entsprechend langsam und mühselig ging es in der Folgezeit voran, denn die Stangen mit den Rucksäcken hatten ein ganz schönes Gewicht.

Gegen Mittag war dann Bubenorbi erreicht und wieder musste etwas zu Essen organisiert werden. So klingelten wir an verschiedenen Häusern, erzählten den Bewohnen von unserem Abenteuer und fragten sie, ob wir etwas Brot, Obst oder Gemüse bekommen könnte. Es stellte sich schnell heraus, dass die Menschen in Bubenorbis genauso hilfsbereit waren wie die aus Sittenhard. Nach einer Stunde hatten wir einen Laib Brot, Brötchen, einiges an Wurst und Käse sowie Kekse und sogar Schokolade zusammen. Sogar zwei Stücke selbstgebackenen Rhabarberkuchen hatten wir geschenkt bekommen. Genüsslich Vesperten wir anschließend am Bubenorbiser Dorfplatz. Hier lies sich unser jüngster Teilnehmer dann von seiner Mutter abholen. Das viele laufen und auch die sonstigen Anstrengungen hatten ihn an seine Grenzen gebracht. Außerdem hatte er gesundheitliche Einschränkungen.

Mit einer Person weniger ging es dann weiter in Richtung Pfedelbach. Nach wie vor musste die gesamte Strecke auf den eigenen Beinen zurückgelegt werde. Autos, Traktoren oder sonstige Mitfahrgelegenheiten waren also tabu. Als nächstes Etappenziel wurde Schuppach festgelegt. Vorbei an Lachweiler ging es dann steil und querfeldein hinab ins Schuppachtal. Dort kamen wir am späten Nachmittag an. Die Füße taten allen ganz schön weh. Schnell war beschlossen, dass wir an diesem Abend nicht mehr bis nach Pfedelbach laufen wollten. Zwar gehört Schuppach schon zu Pfedelbach, dennoch lagen noch rund 12 Kilometer Strecke vor uns. So beschlossen wir nach einigem abwägen der Möglichkeiten, unser Nachtlager in Schuppach auf der Wiese beim ehemaligen Gasthof „Zum Schuppachtal“ aufzuschlagen. Dort war eine Feuerstelle, eine gerade und gemähte Wiese zum schlafen sowie ein Bach zum sich waschen und Zähne putzen.

Auch in Schuppach trafen wir auf hilfsbereite Menschen. Sie versorgten uns mit Würstchen, Schokolade, Sprudel und einem ganzen Schubkarren voll Brennholz. So konnten wir an unserem zweiten Abend, mit den in Bubenorbis und Schuppach „erbeutete“ Lebensmitteln, einen Gemüseeintopf kochen und Würstchen am Feuer braten. Um Mitternacht durften die Teilnehmer dann auf freiwilliger Basis noch an einer Nachtaktion teilnehmen. Jugendreferent Martin Jakob hatte mit kleinen roten Blinklichtern eine rund 1 Kilometer lange Strecke markiert. Diese führte vom Ortsrand über Feldwege hinein in den Wald. Diese Strecke durfte jeder der Jungs alleine und ohne Taschenlampe ablaufen, immer von Blinklicht zu Blinklicht. Vor allem die letzten 100 Meter im stockdunklen Wald, wo es auch über einen kleinen Bach hinweg ging, waren dabei besonders aufregend. Empfangen wurden die mutigen Jungs am Ende dann von Martin Jakob, der im Wald saß und ihnen kurz mit einer roten Taschenlampe leuchtete. Noch im Wald wurde kurz reflektiert und zurück am Lagerfeuer dann ausführlich über die Gefühle bei dieser Aktion gesprochen. Nachts alleine durch den Wald zu laufen, noch dazu durch einen Wald in dem man zuvor noch nie war, löste bei einigen ein mulmiges Gefühl aus.

Mit einem guten Gefühl und bei strahlendem Sonnenschein startete die achtköpfige Truppe am nächsten Morgen in den dritten Tag. Die Nacht war trocken geblieben und alle die am Lagerfeuer geschlafen hatten stanken zwar nach Rauch, hatten aber auch nicht gefroren. Als das Nachtlager abgebaut und alles wieder in den Rucksäcken verstaut war, ging es los Richtung Pfedelbach. Der Weg war klar. Über Floßholz nach Untersteinbach und von dort durch Oberhöfen und Baierbach nach Pfedelbach. Das Ziel dort war das Jugendzentrum Freetime gegenüber dem Pfedelbacher Schloss. Da an diesem Tag die Sonne aber richtig stark vom Himmel schien, war diese Strecke nochmals sehr anstrengend. Die Fußsohlen brannten und alle versuchten nach Möglichkeit im Schatten zu laufen. Mit dem Ziel vor Augen wurde von einem Teil der Gruppe dann ein immer höheres Tempo vorgelegt, so dass sich die Gruppe in die Länge zog. Erst am Ortseingang von Pfedelbach waren alle acht Personen wieder komplett beisammen. Angekommen im Freetime nahmen alle mit einem Stöhnen ihren Rucksack von den schmerzenden Schultern und liesen sich auf die Sofas fallen. Allen stand die Anstrengung ins Gesicht geschrieben, aber auch die Erleichterung es geschafft zu haben. Zur Belohnung gab es für alle erstmal eine kalte Cola sowie anschließend eine Pizza sowie ein Eis vom Trunk. Nach einer kurzen Abschlussreflektion löste sich die Gruppe dann auf. Alle wollten erst mal nachhause unter die Dusche.

Insgesamt sind wir in den drei Tagen 32 Kilometer weit gelaufen. Die physische aber vor allem auch die psychische Belastung war bei diesem Trip ganz schön hoch. Zwar mögen sich 32 Kilometer in drei Tagen nicht besonders viel anhören, doch die Tatsache, dies alles mit schwerem Gepäck und teilweise in unwegsamem Gelände zurückgelegt zu haben, machten alles sehr viel anstrengender. Hinzu kam die ständige Ungewissheit, wann und was man als nächstes zu essen bekommen wird und wie die Leute auf einen reagieren werden, wenn man nach Essen fragt. Ab dem späten Nachmittag kam dann auch immer die Frage auf, wo man wohl ein Nachtlager finden würde?  Für die sieben Teilnehmer und auch für uns Betreuer war es rückblickend eine ganz besondere Erfahrung. Drei Aspekte blieben besonders hängen. Erstens: Jeder Einzelne und wir als Gruppe konnten mehr erreichen als anfänglich gedacht. Zweitens: Die Menschen die man trifft sind, wenn man ihnen freundlich begegnet, zu 95% ebenfalls freundlich und sehr hilfsbereit. Und Drittens: Man kann auch im Jahr 2018 drei Tage ohne sein Handy überleben!