Mit ‘Jugendreferent’ getaggte Beiträge

SIE ROLLT! Unsere Seifenkiste – die man langsam schon fast nicht mehr als Solche bezeichnen kann bei all dem Hightech den wir austüfteln  und verbauen – hat ihre erste Testfahrt erfolgreich bestanden.

In den Faschingsferien wurde wieder kräftig Hand angelegt um eine erste Probefahrt auf dem Gelände der Firma Scheuerle Fahrzeugfabrik machen zu können. Hierzu wurde eine verstellbare Sitzkonstruktion gefertigt, Bolzen für die Dämpferverstellung an der Drehmaschine gefertigt und die acht Radschwingen nochmals angepasst. Am Ende konnte alles wieder zusammengebaut werden und der ersten Probefahrt stand nichts mehr im Weg. Zwar besitzt die Seifenkisten noch keine Lenkung geschweige denn funktionstüchtige Bremsen, doch das hielt uns nicht von einer Probefahrt ab. Um dennoch lenken zu können, wurden an die beiden Achsschenkel der Vorderräder provisorisch zwei Eisenstangen geschweißt, welche dann vom Fahrer als Einzelradlenkung bedient werden konnten. Dies war gar nicht so einfach, musste man doch beide Stangen und somit beide Räder immer parallel bewegen. Die fehlende Bremse glichen wir dadurch aus, dass wir nur auf ebener Fläche bzw. auf ganz leichtem Gefälle fuhren. So kamen keine hohe Geschwindigkeiten zu Stande. Das war auch nicht Sinn und Zweck der Sache. Was wir nach nun zehn Monaten Bauzeit wissen wollten war, ob die Seifenkiste gut rollt und wie sich die Federung verhält. Dies testeten Jeremy und Jermane Melzig, Dawid Pietzko und Azubi Florian Keller. Sie waren zufrieden mit dem Ergebnis. Die Seifenkiste hat eine gute Straßenlage und rollt schon auf ebenem Gelände mit etwas anschieben sehr gut. Damit es bald auch zum ersten Mal Berg ab gehen kann, werden die nächsten Baustunden der Lenkung und den Bremsen gewidmet. Unser Ziel ist es nach wie vor, diesen Sommer zum ersten Mal mit unserer „Seifenkiste“ respektive unserem High-Tech-Gefährt die Weinberge um Pfedelbach hinunter zu fahren. Damit das gelingt, werden die sechs Jungs und zwei Mädchen des Freetime sowie die Azubis von Scheuerle zusammen mit Ausbilder Benjamin Falk und Jugendreferent Martin Jakob alles geben und viele weitere Stunden in dieses Projekt investieren. An der Motivation dafür fehlt es nicht, denn auch nach fast einem Jahr kommen noch immer alle gerne und zuverlässig zu den Baueinsätzen.

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Habe hier eine kurze Kolumne von Roland Bender aus dem Magazin „Lachende Sozialarbeit“ 12/2008 die ich sehr gut finde und gerne mit meinen Lesern teile.

Als ich noch in Aachener arbeitete, kam eines abends Kurt, einer unserer treuesten Gäste  mit hängenden Flügeln zu uns in den Jugendtreff und erklärte, der Hausmeister des Hauses, in dem seine Freundin wohne, verweigere ihm bei seiner Freundin zu übernachten. „Darf der das eigentlich?“ fragte Kurt mit typisch doofem Gesicht. „Augenblick, das haben wir gleich …“ erwiderten wir mit kluger Miene und zogen uns in das Büro zurück. Aus dem Augenblick wurden zwei Stunden, in denen wir gemeinsam alle möglichen Gesetzestexte durchackerten und alle Leute rausschmissen, die und bei unserer Arbeit störten.

Schließlich hatten wir eine ganze Reihe von Paragraphen ausfindig gemacht, die Kurts Anliegen als Recht und des Hausmeisters Haltung als Unrecht belegten. Als Kurt das Jugendzentrum verließ, war er zu 110% gewappnet mit juristischen Argumenten, und wir waren stolz und sicher, dass Kurt in Zukunft bei seiner Freundin übernachten könne.

Am folgenden Tag kam Kurt strahlend wieder. Wir stürzten uns natürlich gleich auf ihn, um von ihm zu hören wie sehr wir ihm geholfen hätten. „Und … wie ist es gelaufen?“ „Was …?“ „Na mit dem Hausmeister?!“ Kurt musste kurz nachdenken. „Ach so, mit dem …“ „Ja, hast du ihm deine Rechte mal auf die Nase gebunden?“ „Nee, hab ich nicht. War mir zu blöd.“ „Wie …?“ „Na ich bin gestern Abend noch an der Tankstelle vorbei, hab ein paar Pullen Bier geholt, hab dem Hausmeister zwei rüber geschoben und da war alles paletti!“

Roland Berner

Leiter Kernteam Jugend und Migration

Am vergangenen Samstag habe ich mit einigen Jugendlichen aus Pfedelbach eine Aktion gegen Rechts durchgeführt. Gemeinsam zogen wir mit Etikettenentferner, Waschbenzin und Spachteln durch Pfedelbach um die vielen Aufkleber der JN (Junge Nationaldemokraten –> Jugendorganisation der NPD) zu entfernen. Diese Aufkleber wurden vor einigen Monaten hier in Pfedelbach im großen Stil verteilt und an viele Straßenlaternen, Schilder und Mülleimer geklebt. Ich berichtete bereits darüber.

So haben wir an diesem Tag etwa 40 Aufkleber sowie einige Hakenkreuze entfernt. Damit wollten wir ein Zeichen setzten das aussagt: Wir dulden solche Aktionen in Pfedelbach nicht. Danke an dieser Stelle auch an die Gemeinde Pfedelbach die diese Aktion finanziell unterstützt hat und an alle Jugendlichen die Tatkräftig mitgeholfen haben.

 

Gerade laufen an meinem Fenster die neuen Erstklässler vorbei. Sie haben heute Einschulung. Das bedeutet auch, dass die Sommerferien 2008 nun auch bei uns in BW zuende sind. Der Jugendtreff Freetime war in den Ferien geschlossen, mit Ausnahme vom 19. – 24. August. Da fand die erste Auslandsfreizeit statt. Ziel war Frankreich (Nordvogesen) und es ging vor allem ums Sportklettern. Wir waren insgesamt elf Personen und hatten eine geniale Zeit zusammen. Ich durfte zusammen mit Niko Warth, ein Freund mit dem ich zusammen an der PA studiere, den Jugendlichen das Felsklettern beibrigen.

Besonders wertvoll waren für mich wiedereinmal die Zeiten am Lagerfeuer. Die Gespräche über Werte, Musik, Glaube, Rechtsextremismus, Ziele, Lebensgestaltung und vieles mehr. Diese Gespräche sind es, die die Beziehung zwischen mir und den Jugendlichen vertiefen und die uns weiterbringen. Sich aneinader zu reiben, gegensätzliche Standpunkte zu diskutieren und sich dabei immer wieder selbst zu hinterfragen, das ist es was ich an den Freizeiten so genial finde.

Ich habe neu festgestellt, dass ich meinen Job lieb und es ein Vorrecht für mich ist, hier im schönen Pfedelbach mit diesen genialen – wenn ach manchmal sehr anstrengenden – Jugendlichen arbeiten zu dürfen. Ich liebe es, sie und mich herauszufordern und zu sehen, wie wir gemeinsam darin wachsen.