Mit ‘Jugendhaus’ getaggte Beiträge

Seit Sommer 2016 war die Zweitstelle im Jugendzentrum Freetime in Pfedelbach nicht besetzt. Zum Jahresbeginnt 2017 konnte mit Silvia Krause endlich eine Person gefunden werden. Leider musste Frau Krause aus gesundheitlichen Gründen Ihre Tätigkeit bereits Ende März wieder beenden. So wurde die Stelle, welche auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung läuft, erneut ausgeschrieben.

Patrick BraunMit dem Start des neuen Schuljahres, konnte die Stelle nun neu besetzt werden. Mit Patrick Braun hatte sich ein 26-jähriger junger Mann beworben, der im Jugendzentrum Freetime kein Unbekannter ist. Als das Freetime im Jahr 2004 vom heutigen Jugendreferenten Martin Jakob übernommen wurde, war Patrick Braun einer der Freetimebesucher. Der damals 13-jährige zählte in den Folgejahren zu den Stammgästen im Freetime. Kaum ein Öffnungsabend und so gut wie kein Ausflug oder Freizeit fand ohne ihn statt. Im Jahr 2010 absolvierte er dann seine Jugendleiterausbildung bei Forum Jugend und unterstütze anschließend Martin Jakob als ehrenamtliche Helfer in der offenen Jugendarbeit. Ab 2012 kam Patrick Braun nur noch sporadisch im Jugendzentrum vorbei. Ein ganz normaler Ablösungsprozess eines damals jungen Erwachsenen hatte eingesetzt.

Nun, nach fünf Jahren in denen der persönliche Kontakt nie abgebrochen war, kehr er zurück zu seinen Wurzeln. Diesmal als bezahlter Mitarbeiter mit mehr Verantwortung als damals. Auf die Frage, was ihn dazu veranlasst hat sich auf die Stelle im Jugendzentrum zu bewerben, antwortete er: „Ich hatte so viele schöne Jahre mit tollen Erlebnissen bei Martin im Freetime. Jetzt möchte ich ihn dabei unterstützen, dass auch andere diese tollen Erlebnisse haben können. Denn die Zeit im Freetime hat mich selbst sehr positiv geprägt.“

In diesem Sinne heißen wir Patrick Braun ganz herzlich bei uns im Jugendzentrum Freetime willkommen. Wer ihn noch nicht kennt und gerne einmal persönlich kennen lernen möchte, kann einfach mal während der Öffnungszeite im Jugendzentrum vorbei kommen. www.freetime-pfedelbach.de

Seit fast 15 Jahren gibt es den Jugendtreff Freetime nun schon in Pfedelbach. Genauso lange existiert der Couchtisch, welcher schon so manches mitgemacht hat im Jugendzentrum. Seinen härtesten Abend erlebte er, als im Jahr 2009 ein Jugendlicher beim Nagelklopfen den Nagel und auch den Balken verfehlte, welcher auf dem Tisch mit Schraubzwingen befestigt war. Eine tiefe Dalle in der massiven Tischplatte war die Folge. Anfang diesen Jahres, also rund acht Jahre danach, wurde diese Dalle nun auf kreative Art und weiße beseitigt.

Da wir im Freetime seit Jahren tausende verschiedene Kronkorken liegen hatten (sie wurden über Jahre hinweg von mir gesammelt um einmal etwas kreatives daraus zu machen), kam uns die Idee, damit die Tischplatte zu verkleiden. An insgesamt drei Öffnungsabenden und einem Nachmittag wurden zunächst die Kronkorken nach Farbe sortiert und unbrauchbare Exemplare ausgesondert. Die drei Mädchen Diana Massold, Ellen Friedel und Laura Polocek engagierten sich besonders in diesem Projekt. Sie waren es dann auch, die an einem Mittwochnachmittag mit in die Schulwerkstatt der Pestalozzi-Schule gingen. Dort lackierten die Mädels den buchefarbenen Tisch in schönes weiß um. Danach erhielt die Tischkannte einen erhöhten Rand. In einem weiteren Schritt wurde dann die Tischplatte mit einer dünnen Schicht Epoxytharz begossen. In diese Schicht drückten wir dann die Kronkorken hinein. Lange wurde überlegt welches Muster dabei entstehen sollte. Letztlich einigten wir uns auf ein Mosaik aus immer vier gleichen Kronkorken die ein Quadrat bilden. Nachdem die Tischplatte komplett mit Kronkorken ausgelegt war, musste das Harz trocknen. Doch schon am nächsten Abend konnte der Tisch fertig gestellt werden. Die nun fest sitzenden Kronkorken wurden mit einer weiteren Schicht Epoxytharz übergossen, bis sie alle komplett bedeckt waren. Auch diese Schicht musste wieder aushärten. Als dies geschehen war konnte der Tisch wieder an seinen angestammten Platz im Jugendzentrum zurück kehren. Alle Beteiligten des Projektes sowie die vielen Freetime Besucher finden den Tisch sehr genial. Da das Harz glasklar ausgehärtet ist, sieht es nun so aus, als würden in einer Glasplatte Kronkorken eingeschlossen sein.

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Spielkonsolen und Videospiele sind bei jungen Menschen heutzutage hoch im Kurs. Da könnte man meinen, dass die guten alten Brettspiele im Jahr 2016 keinen großen Reiz mehr auf sie ausüben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Im Jugendzentrum Freetime stehen Gesellschafts- und Brettspiele schon seit Jahren hoch im Kurs. Regelmäßig sitzen einige der jungen Leute am Tisch im großen Aufenthaltsbereich und spielen zu viert, fünft oder sechst Brettspiele. Häufig die Klassiker Risiko oder Monopoly, aber auch neuere Gesellschaftsspiele wie Zug um Zug (Spiel des Jahres 2004) oder Colt Express (Spiel des Jahres 2015). Da bot sich ein Ausflug zur Spielemesse nach Stuttgart geradezu an. Am vergangenen Freitag war auf der Messe noch dazu die „Lange Spielenacht“. Dies bedeutete, dass man regulär bis 18 Uhr an den Messeständen Spiele kaufen, danach jedoch noch bis 22 Uhr mehr als 300 Spiele ausleihen und dort spielen konnte. Diese Gelegenheit nutzten wir. Zusammen mit den Jugendhäusern aus Künzelsau und Kupferzell fuhren wir um 14:30 Uhr los nach Stuttgart. Dort angekommen teilten wir uns in kleine Gruppen auf, um die große Messehalle 1 zu durchforsten und Ausschau nach interessanten Spielen zu halten. Um 17:30 Uhr – eine halbe Stunde bevor die Messestände schlossen – trafen wir uns wieder und beratschlagten, welche Spiele wir für das Jugendzentrum kaufen sollten. Unsere Wahl fiel auf drei Spiele. Mit dabei auch ein Spiel namens Codenames, welches als „Spiel des Jahres 2016“ ausgezeichnet wurde. Außerdem auch das Strategiespiel „7 Wonders“, welches dem Spieleklassiker Siedler von Catan gleicht, jedoch als Kartenspiel gespielt wird. Die spektakulärste Neuanschaffung war sicher das sehr komplexe Strategiespiel namens: Zobicide-Black Plague. Dieses Spiel ist ein kooperatives Brettspiel, bei dem alle Mitspieler vor dem Hintergrund einer mittelalterlichen Zombieapokalypse gemeinsam bestimmte Missionsziele zu erreichen versuchen. Dabei spielen alle Mitspieler gemeinsam im Team gegen das Spiel. Entweder gewinnen am Ende die Spieler, indem sie die Mission schaffen, oder das Spiele (die Zombies) gewinnen.

Alle drei Neuanschaffungen packten wir direkt auf der Messe noch aus und spielten sie ein erstes Mal. Da lange Spielenacht auf der Messe war, gab es dort auch sogenannte „Spieleerklärer“. Diese konnte man zu sich an den Tisch holen um sich das Spiel erklären zu lassen. Dies taten wir dann auch. So lernten wir sehr schnell das Spiel 7 Wonders kennen. Diana, Tamara, Selina, Paul und Stefan spielten die erste Runde mit. Zunächst waren die vielen Regeln noch etwas verwirrend, doch das legte sich schnell. Besonders Paul gefiel die erste Runde sehr gut, denn er gewann die Premiere. Das Spiel Zombicide konnten wir leider nur kurz anspielen und uns die Grundfunktionen erklären lassen. Eine erste komplette Spielrunde dieses Spiels wird es dann an einem speziellen Spieleabend im Freetime geben. Der Grund: Eine Mission diese Spiels dauert zwei bis drei Stunden.

Am Ende des Tages waren sich alle Jugendlichen einig, dass sich der Ausflug auf die Spielemesse nach Stuttgart definitiv gelohnt hat. Es war ein tolles Erlebnis, gemeinsam eine Messe zu besuchen und dort dann auch noch einige neue Spiele für das Jugendzentrum kaufen zu können. Als wir gegen Mitternacht wieder in Pfedelbach waren, hätten einige am liebsten gleich noch eine spontane Spielenacht im Jugendzentrum eingelegt. Dieser Wunsch wurde Ihnen nicht erfüllt. Während der nächsten Öffnungsabende des Freetime werden jedoch mit Sicherheit viele Stunden mit dem Spielen der neuen Brettspiele vergehen. Wer Lust hat, die erwähnten Spiele einmal kennen zu lernen, darf gerne zu den Öffnungszeiten (Di. + Mi. von 17 – 20 Uhr und jeden zweiten Freitag von 17 – 22 Uhr) im Jugendzentrum vorbei schauen. Wir freuen uns immer auf neue Besucher (ab 12 Jahre), vor allem auf Solche, die ebenfalls Brettspiele lieben.

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Stellen sie sich, lieber Leser/liebe Leserin mal folgende Situation vor: „Ein Verein organisiert ein Zeltlager für Kinder. Die Kinder werden von den Mitarbeitern am ersten Tag darauf hingewiesen, dass sie das Lagergelände nur Nachmittags und dann auch nur nach vorheriger Abmeldung in Gruppen von mindesten 3 Personen verlassen dürfen um Beispielsweise in das naheliegende Dorf zu gehen. Nun hat sich  eine kleine Gruppe von fünf Personen bereits am Vormittag in das Dorf begeben, sich jedoch zuvor bei einem Freizeitmitarbeiter abgemeldet. Im Dorf entdecken die 11 – 13 Jahre alten Jungs dann ganz viele schöne Autos am Straßenrand, die sich hervorragend zum bemalen eignen. Da sie keine Stifte dabei haben, tun sie dies mit Steinen. Fünf Autos werden so zerkratzt.“ Nun die alles entscheidende Frage: Wer kommt für den Schaden auf? Damit einher geht auch die Frage, ob die Mitarbeiter der Freizeit wegen Aufsichtspflichtverletzung haftbar gemacht werden können oder nicht? War es denn überhaupt eine Aufsichtspflichtverletzung?

Mit solchen und ganz vielen weiteren praxisnahen Situationen aus der Jugendarbeit beschäftigten sich die Teilnehmer des Workshops „Recht – Verständlich“. Organisiert wurde dieser vom Jugendreferat Pfedelbach. Im Rahmen der zwei Mal pro Jahr stattfindenden Treffen unter dem Namen „Bündnis Jugendarbeit Pfedelbach“ stand am 10. Oktober das Thema Rechtslagen in der Jugendarbeit auf dem Programm. Als Referent war der Künzelsauer Rechtsanwalt Christian Hühn gekommen. Er ist selbst in der Jugendarbeit tätig und konnte den 10 Workshop Teilnehmern daher sehr praxisnah erläutern, auf was man in Sachen Aufsichtspflicht achten muss. Außerdem gab er einen Einblick in die grundsätzlichen Regelungen des deutschen Rechtssystems. Rund zweieinhalb Stunden ging der kurzweilige Abend, der in den Räumen des Musikverein Pfedelbach stattfand. Am Ende verließen die Teilnehmer den Workshop mit vielen neuen Erkenntnissen und einem guten Grundlagenwissen zum Thema Recht in der Jugendarbeit und Aufsichtspflicht im speziellen.

Um das Fallbeispiel vom Anfang noch aufzuklären: Die Freizeitmitarbeiter traf in diesem tatsächlich vorgefallenen Delikt eine Mitschuld, da sie die Jugendlichen am Vormittag haben gehen lassen, obwohl dies eigentlich nicht erlaubt war. Sie stellten also Regeln auf die sie nicht einhielten. Das sah das Gericht als Grund an, den Mitarbeitern bzw. dem Mitarbeiter der die Jungs hatte gehen lassen, eine Aufsichtspflichtverletzung zu unterstellen und ihn und den Verein somit haftbar zu machen.

INFO: Das Bündnis Jugendarbeit Pfedelbach besteht seit 2010. Es ist ein Treffen von Menschen, die in irgend einer Form Jugendarbeit in Pfedelbach betreiben oder in sonst einer Form mit jungen Menschen zu tun haben. Die Treffen finden zwei Mal pro Jahr statt. Einmal in Form einer Austauschrunde und ein zweites Mal in Form einer Fortbildung oder eines Workshops. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Ziel der Treffen ist es, dass sich Mitarbeiter in der Pfedelbacher Jugendarbeit gegenseitig kenne lernen und es Möglichkeiten des Austausches und der Weiterbildung über den eigenen Verein hinaus gibt.

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