Mit ‘Jugendhaus’ getaggte Beiträge

Ehrenamtliches Engagement. Ein Schlagwort, das immer häufiger auch im Sprachgebrauch von Politikern auftaucht. Denn eins ist klar: Ehrenamtliches Engagement heißt auch arbeiten, ohne Geld dafür zu bekommen. Und wenn die Staatskassen leer sind, so scheint dies durchaus eine rentable Maßnahme zur Kosteneinsparung zu sein. Daher gibt es immer mehr Maßnahmen auf Landes- oder Bundesebene, die auf ehrenamtliches Engagement setzen.

Doch das Ehrenamt hat seine Grenzen.  Es gibt Bereiche wie Medizien, Forschung und die Wirtschaft, in denen das Ehrenamt nicht oder kaum Platz findet. Der soziale Bereich hingegen scheint geradezu prädistiniert zu sein für ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement. In Kindergärten, Schulen, der Altenpflege, den Vereinen und der Jugendarbeit finden wir tausende von sogenannten Ehrenamtlichen. Menschen, die bereit sind, ein Teil ihrer Freizeit, ihrer Kraft und ihrer Begabung unentgeltlich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Ohne sie würde unser sozialsystem an vielen Stellen zusammenbrechen.

Auch und gerade in der Jugendarbeit braucht es sie, Menschen, die sich für und in junge Menschen investieren. Ich bin stolz darauf, dass auch ich seit einigen Monaten auf sechs ehrenamtliche Helfer zurückgreifen kann. Seit Anfang 2010 haben sich fünf junge Männer und eine Frau zwischen 19 und 21 Jahren bereiterklärt, die offene Jugendarbeit der Gemeinde Pfedelbach zu unterstützen.  Sie alle sind ehemalige Jugendliche, die den Jugendtreff Freetime in Pfedelbach seit vielen Jahren besuchen. Nun sind sie dem Jugendalter entwachsen und übernehmen selbst Verantwortung für die nächste Generation.

Vier von Ihnen haben im letzten halben Jahr eine Jugendleiterausbildung bei Forum Jugend Hohenlohe absolviert. Am Sonntag, den 30. Januar 2011 wurde ihnen ihre Jugendleitercard (JuLeiCa) feierlich beim Neujahrsempfang überreicht. Sie zeigt, dass sie eine qualifizierte Grundausbildung im Bereich Jugendarbeit absolviert haben. Ich freue mich, dass ich nun nicht „nur“ auf Ehrenamtliche, sondern auf qualifizierte Ehrenamtliche zurückgreifen kann.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Gemeindeverwaltung Pfedelbach, welche die Kosten der Ausbildung übernommen hat.

v.l.n.r.: Daniel Hengge, Marcel Hofmann, Jan Schäfer, Patrick Braun

v.l.n.r.: Daniel Hengge, Marcel Hofmann, Jan Schäfer, Patrick Braun

2009 fand zum ersten Mal ein Geocaching Wochenede im Jugendhaus Pfedelbach statt. In gut einer Stunde starte ich mein zweites Geocaching Wochenende mit 7 Jungs aus meinem Jugendhaus. Gemeinsam werden wir von heute (Freitagabend) bis Sonntagnachmittag auf „Schatzsuche“ gehen. Ich freu mich drauf, hab nämlich sehr geniale Caches ausgesucht. Wir erkunden alte Bunker der 1935 -1938 erstellten Neckar-Enz-Stellung sowie einige verlassene Häuser rund um Stuttgart/Ludwigsburg. Das wird Abenteuer und Nervenkitzel  pur!

Grenzerfahrungen und jede Menge Spaß hatten wir in den Pfingstferien auf unserer Abenteuerfreizeit in Frankreich. Insgesamt 15 Personen aus drei Ortschaften starteten zu einem 4-tägigen Tripp ins Elsaß. Es war die erste gemeinsame Freizeit der Jugendreferate Pfedelbach, Neuenstein und Kupferzell, die alle unter der Trägerschaft des Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg aggieren.

Es war eine reine Jungenfreizeit, was für die Gespräche (vor allem abends am Lagerfeuer) sehr gut war. Übernachtet wurde zwei mal auf einem sehr genialen Campingplatz und einmal auf einer Burgruine. Auf dem Programm stand neben chillen und Spaß auch Felsklettern, eine Survivaltour, Geocaching und eine Abseilaktion von einer Ruine.

Die vier Tage waren eine super Zeit für alle. Das Wetter hat mitgemacht, die Jungs waren eine tolle Truppe, das Mitarbeiterteam hat bestens zusammengearbeitet und der Spaßfaktor war insgesamt sehr hoch. Das Einzige was zu kurz kam war der Schlaf (1. Nacht nur 3 Stunden).

Es findet nun noch ein Nachtreffen statt, bei dem wir gemeinsam mit den Jungs und deren Eltern die Fotos und den etwa 1-stündigen Video der Freizeit anschauen und in schönen Erinnerungen schwelgen. Der Wunsch, soetwas zu wiederholen, wird dann sicher noch größer sein als er es bisher schon war. Mal sehn, vielleicht geht da ja was.

Start zur Survivaltour

Habe hier eine kurze Kolumne von Roland Bender aus dem Magazin „Lachende Sozialarbeit“ 12/2008 die ich sehr gut finde und gerne mit meinen Lesern teile.

Als ich noch in Aachener arbeitete, kam eines abends Kurt, einer unserer treuesten Gäste  mit hängenden Flügeln zu uns in den Jugendtreff und erklärte, der Hausmeister des Hauses, in dem seine Freundin wohne, verweigere ihm bei seiner Freundin zu übernachten. „Darf der das eigentlich?“ fragte Kurt mit typisch doofem Gesicht. „Augenblick, das haben wir gleich …“ erwiderten wir mit kluger Miene und zogen uns in das Büro zurück. Aus dem Augenblick wurden zwei Stunden, in denen wir gemeinsam alle möglichen Gesetzestexte durchackerten und alle Leute rausschmissen, die und bei unserer Arbeit störten.

Schließlich hatten wir eine ganze Reihe von Paragraphen ausfindig gemacht, die Kurts Anliegen als Recht und des Hausmeisters Haltung als Unrecht belegten. Als Kurt das Jugendzentrum verließ, war er zu 110% gewappnet mit juristischen Argumenten, und wir waren stolz und sicher, dass Kurt in Zukunft bei seiner Freundin übernachten könne.

Am folgenden Tag kam Kurt strahlend wieder. Wir stürzten uns natürlich gleich auf ihn, um von ihm zu hören wie sehr wir ihm geholfen hätten. „Und … wie ist es gelaufen?“ „Was …?“ „Na mit dem Hausmeister?!“ Kurt musste kurz nachdenken. „Ach so, mit dem …“ „Ja, hast du ihm deine Rechte mal auf die Nase gebunden?“ „Nee, hab ich nicht. War mir zu blöd.“ „Wie …?“ „Na ich bin gestern Abend noch an der Tankstelle vorbei, hab ein paar Pullen Bier geholt, hab dem Hausmeister zwei rüber geschoben und da war alles paletti!“

Roland Berner

Leiter Kernteam Jugend und Migration