Archiv für die Kategorie ‘Informatives’

Umzug zu WordPress

Veröffentlicht: 6. März 2008 in Allgemeines, Informatives

Ich bin mit meinem Blog hierher zu WordPress umgezogen. Ab sofort wird es hier einiges neues zu lesen geben. Die alten Beiträge werden nach und nach mit hierher umziehen.

Wäre schön gewesen …

Veröffentlicht: 1. März 2008 in Erlebnisse, Informatives

… wenn es geklappt hätte. Doch das schlechte Wetter lies es nicht zu. Heute morgen sollte in Pfedellbach eine „Feldputze“ stattfinden. Dabei sollten Strassen und Felder gesäubert werden in dem Müll eingesammelt wird, den andere einfach wegwerfen. Um 8.45 Uhr sollte es am Bauhof losgehen. Trotzt starkem Regen und Orkanwarnung hatte ich mich, entsprechend gekleidet, auf den Weg gemacht. Doch ich ich war nicht alleine. Meine Frau, meine beiden Töchter Selina (5) und Maylin (fast 3) sowie 3 Jungs aus der Nachbarschaft begleiteten mich. Im Bauhof empfing uns Herr Kunkel mit der Nachricht dass die Feldputze für heute abgesagt sei. Dies war sicher eine Vernünftige und auch die richtige Entscheidung. Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h waren dann doch zu viel des Guten.

Doch was mich begeister hat, waren meine Kinder und die 3 Jungs (alle 8 Jahre alt) die mit einer riesen Begeisterung dieser Feldputze schon seit 3 Tagen entgegenfieberten. Dazu kam es, da meine Frau mit unseren Kindern den Schlosshof des Pfedelbacher Schlosses vom Müll befreite. Mit Müllzangen, die ich vor etwa einem Jahr gekauft habe. Die Jungs wollten helfen und als ich ihnen erzählte, dass sie dies am Samstag den ganzen Tag tun können, warn sie begeister. Jeden Tag fragten sie mich wann die Feldputze sei.

Ich habe eben erwähnt, dass ich mir vor etwa einem Jahr Müllzangen gekauft habe. Das war damals kein Zufall oder ein Super-Sonderangebot. Nein, es war ein ganz bewusster Kauf. Da mir und meinen Kindern auffiel, dass auf „unserem Spielplatz“ am Schloss immer sehr viel Müll herum lage, begann ich mit meinen Kindern regelmäßig den Spielplatz zu säubern. Damit wir die Zigarettenstummel und sonstigen Müll nicht mit der Hand anfassen mussten, besorgte ich 6 Müllzangen. Seither putze ich mit meinen Kindern immer mal wieder „unseren Spielplatz“, obwohl das auch der Bauhof tut. Jedoch denke ich dass es gut und wichtig ist, dass jeder Bürger auch selbst Verantwortung für seinen Sozialraum, in dem er lebt, übernimmt. So lernen meine Kinder schon jetzt dass Müll in den Mülleimer gehört und nicht einfach irgendwo auf den Boden geworfen werden soll. Sie haben das sogar schon so verinnerlicht, dass sie oft alleine anfangen Müll auf dem Spielplatz zu sammeln, ohne dass ich sie dazu animiere.

Das ganze hört sich sehr banal an, doch wenn ich mir das Verhalten vieler Jugendlicher aus meinem Jugendtreff  ansehe, so merke ich, dass sie sich darüber keine Gedanken machen. Bei ihnen wird der Müll einfach dort zurückgelassen wo sie sich gerade aufhalten. Ihr Kommentar ist oft: Das räumt schon jemand weg! Diese Einstellung bringt mich oft innerlich (manchmal auch äußerlich) auf 180. So können viele Jugendliche auch den Sinn einer Feldputze nicht verstehen, geschweige denn sich ernsthaft überlegen einmal daran teil zu nehmen. Doch letztlich sind es auch sie, die solche Aktionen notwendig machen.

Wenn wir alle nur ein kleines bisschen mehr Verantwortung für unsere Umwelt und Umgebung übernehmen würden, könnte sich schon viel zum positiven hin verbessern. Ich werde nicht aufhören diese Werte (Umweltschutz, Verantwortung übernehmen, usw.) weiter zu vermitteln und vorzuleben, in der Hoffnung dass nicht nur meine Kinder davon angesteckt werden.

An dieser Stelle auch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter des Pfedelbacher Bauhofes. Sie sind es, die regelmäßig den vielen Müll wegräumen der so achtlos und oft vorsätzlich weggeworfen wird. Auch wenn es sicher zu ihren Aufgaben gehört, gibt es sicher auf für sie schönere und wichtigere Dinge zu tun.

Vielen Dank auch an all diejenigen, die im verborgenen oder kleinen dazu beitragen dass Pfedelbach ein schöner Ort zum leben ist und bleibt.

Es ist traurig aber wahr. Der erste Drogentote 2008 im Hohenlohekreis wurde am Samstag den 16. Februar in Pfedelbach aufgefunden. Der 24-jähriger Mann aus Bretzfeld starb in der Wohnung einer Bekannten in Pfedelbach an einer Überdosis.
Damit bestätigt sich, was ich schon 2006 während meines Sachstandberichtes im Gemeinderat über die Jugendarbeit in Pfedelbach sagte. Damals wurde ich von der Presse mit den Worten zitiert: „Ehemaliges Bauernkaff hat Probleme einer Stadt“. Sicher ist Pfedelbach noch keine Großstadt (mit 9.000 Einwohnern ja noch nicht einmal Stadt sondern „nur“ Gemeinde) doch städtische Strukturen sind auch hier vorhanden. Und dazu gehört (leider) auch eineDrogenszene.

In der Hohenloher Zeitung fand ich vor kurzem diesen Artikel über Pfedelbach:

Drogen (1)

Immer wieder stellen Erwachsene mir die Frage, ob ich glaube dass es in Pfedelbach Drogen geben würde? Ein klares JA! ist meine prompte Antwort darauf, was die meisten verblüfft. Sie wollen oder können es nicht glauben, dass es in „unserem schönen kleinen Pfedelbach“, das mit Teilorten gerade einmal 9.000 Einwohner hat, so etwas wie Drogen geben soll.
Mein klares und promptes JA! kommt deshalb so schnell und überzeugend über meine Lippen, da ich als Jugendreferent Einblicke in die Pfedelbacher Jugendszene habe. Somit bin ich recht gut über den aktuellen Stand im Bereich Drogenkonsum in Pfedelbach informiert. Auch wenn das manch Erwachsener oder Politiker nicht wahr haben will, in Pfedelbach gibt es alle Drogen die man will, auch Heroin. Sicher ist die Situation nicht mit der einer Großstadt wie Heilbronn oder Stuttgart zu vergleichen.
Doch wenn ich mich mit Jugendlichen unterhalte, und wir über das Thema Drogenkonsum sprechen, bekomme ich als Statement zu hören: „In Pfedelbach kriegst du alles was du willst, kein Problem!“ Und solche Aussagen komme von 14 – 18-jährigen Jugendlichen.

Ich weiß nicht wer die beiden jungen Männer aus dem Presseartikel sind, noch ob es sich dabei um Pfedlbacher Bürger handelt. Doch ich weiß genau, dass es Pfedelbacher sein und ich sie durchaus kennen könnte.

Was also tun gegen den Konsum von Drogen in Pfedelbach?

–  Mehr Polizei?
–  Mehr Drogenaufklärung an Schulen?
–  Härtere Strafen für Dealer und Konsumenten?
–  Eine Drogenberatungsstelle in Pfedelbach einrichten?

All das sind Vorschläge und Ideen die sicher nicht schlecht sind. Ich vertrete jedoch auch noch einen anderen Ansatz: Mehr echte Beziehungen in Familien und Gesellschaft. Beziehunhen die tragfähig sind und von echter Liebe, Wertschätzung und Vertrauen geprägt sind. Mehr Eltern die mit ihren Kindern echte Zeit verbringen. Zeit die geplant und sinnvoll genutzt wird, nicht Zeit in der alle einfach nur zusammen sind. Ich glaube, dass die Grundlagen für feste Beziehungen, und somit für ein starkes Selbstwertgefühl, in der Kindheit gelegt wird. Dieses Selbstwertgefühl, und die damit verbundene Selbstsicherheit, sind aus meiner Sicht wesentlich mitentscheidend dafür, wie Jugendliche mit Drogen umgehen. Ich schreibe hier ganz bewusst „umgehen“ und nicht  „ob sie Drogen nehemen oder nicht“. Unsere Kinder, auch meine eigenen, werden früher oder später mit Drogen in Kontakt kommen. Ich werde dann mit Sicherheit nicht dabei sein und meine Kinder davor schützen können. Wenn es soweit ist, muss ich einen Großteil meiner „Arbeit“ bereits getan haben, nämlich in meinen Kindern so viel Selbstvertrauen und Selbstsicherheit hervorgebracht haben, dass sie dann NEIN! sagen können.

Weitere Informationn zum Thema Drogen finden sie hier!