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In den Pfingstferien startete ein neues Großprojekt des Jugendreferates Pfedelbach. In Kooperation mit der Scheuerle Fahrzeugfabrik werden zwei professionelle Seifenkisten gebaut.

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Es ist der Dienstag nach Pfingstmontag, es ist kurz vor 10 Uhr und es regnet. Trotzdem stehen vier Jungs und zwei Mädchen aus Pfedelbach vor der Erich-Fritz Halle. Eigentlich haben sie ja Ferien und könnten bis mittags schlafen, doch sie stehen aus einem bestimmten Grund dort. Sie warten auf Jugendreferent Martin Jakob. Mit ihm gemeinsam gehen sie dann punkt 10 Uhr in die Lehrwerkstatt der Firma Scheuerle. Dort wartet schon Ausbildungsleiter Benjamin Falk und drei seiner AZUBIs auf die Jugendlichen. Gemeinsam mit ihnen wird in den nächsten vier Tagen mit dem Bau der beiden Seifenkisten begonnen. Wie diese aussehen sollen, wurde bereits am 10. Mai bei einem Planungs- und Konstruktionstag im Freetime festgelegt.

Zunächst gibt es noch nichts zu bohren, zu schrauben und zu sägen. Die erste Arbeit ist, den Rahmen zu konstruieren, aufzuzeichnen und die Maße festzulegen. Dies wird mit Kartons gemacht. Da das bestellte Alumaterial für die “Rennseifenkiste” aber noch nicht geliefert ist, wird  an der zweiten Seifenkiste weitergebaut. Diese soll eine “Funs-Seifenkiste” werde. Hierfür ist bereits ein altes Go-Kart-Chassi vorhanden. Dort gilt es nun einen Rahmen aus Stahlrohr sowie Seitenverkleidungen zu konstruieren. Es wird gemessen, überlegt, gesägt und gefeilt. Jeder hat seine Aufgaben. So vergeht die Zeit wie im Flug. Um 15 Uhr ist dann schon wieder Feierabend. So geht es die ganzen vier Tage lang.

Am Freitagmittag um 15 Uhr wird die erste Bauphase dann mit einer kurzen Reflektionsrunde abgeschlossen. Alle sind sich einig, dass die vier Tage sehr viel Spaß gemacht haben und wir alle viel Neues gelernt haben. Zu diesen neuen Fähigkeiten gehören das selbständige Arbeiten können mit einigen großen Maschinen der Lehrwerkstatt. Außerdem können die Jugendlichen nun schon selber schweißen. Noch nicht perfekt, das ist klar, aber immerhin konnten sie es zum ersten Mal in ihrem Leben ausprobieren. Das war Spaß und Herausforderung zugleich. Nach vielen Probeschweißnähten schweißten zwei Jungs am dritten Tag sogar selbständig einige Teile am Rahmen fest. Auch wenn nun erst der Anfang gemacht ist und noch viel Arbeit vor uns liegt, so ist der Grundstein nun gelegt. In den nächsten Monaten wird es dann in weiteren Bauphasen  weitergehen.

Zwei Highlights sollen hier noch genannt werden. Zum einen die Tatsache, dass Jannik Keller am Freitag seinen 14. Geburtstag feiern konnte und auch an diesem Tag am Projekt teilnahm. Dies zeigt, dass ihm und den anderen das Seifenkistenprojekt wirklich etwas bedeutet und sie es ernst nehmen. Als kleine Überraschung gab es für Jannik einen Geburtstagskuchen mit Kerzen darauf, den wir im Schweißraum heimlich aufgestellt hatten und ihn mit Aufgabe, er solle dort etwas schweißen, überraschten.

Das Zweite Highlight war der Besuch eines Reporters vom SWR Radio. Er hatte die Ausschreibung des Projektes im Gemeindeblatt gelesen und sich kurzfristig angekündigt. Zwei Stunden lang war er am Donnerstagmittag in der Lehrwerkstatt anwesend. Er führte Interviews mit den Jugendlichen und nahm viele Geräusche auf. Daraus wird ein etwa dreiminütiger Radiobeitrag entstehen welcher im SWR4 Frankenradio zu hören sein wird (leider schon vor Erscheinung dieses Artikels). Wir alle sind sehr darauf gespannt.

Zu guter Letzt noch ein großes Dankeschön an alle Beteiligten diese Projektes. Im Besonderen an die Firma Scheuerle Fahrzeugfabrik, die dieses Projekt voll finanziert und den Jugendlichen neben dem Spaß eine tolle Gelegenheit zur Berufsorientierung und Berufsintegration bietet.

Zum dritten Mal nahm das Jugendzentrum Freetime beim Firmen- und Vereinspokalschießen des Schützenverein Pfedelbach teil. Dieses Jahr gingen neben drei Luftgewehr-Jugendmannschaften erstmals auch eine Kleinkalibermannschaft an den Start.

Nach nur einem Trainingsabend wurde es für alle 13 Starter des Freetime am Freitag den 3. Mai um 18 Uhr ernst. Das Wertungsschießen stand an. Während die unter 18-jährigen im Luftgewehrstand auf die Jagd nach guten Ergebnissen gingen, versuchten sich Thomas Ruder, Sergej Dudenko, Mrcin Pietzko und Jugendreferent Martin Jakob im Kleinkaliberschießen. Mit 14 Mannschaften war hier die Konkurrenz jedoch am größten. Ein Platz unter den besten acht war das Ziel.

Die Jugendlichen schossen parallel in drei Teams um die Luftgewehrpokale mit. Einige waren mit ihren Ergebnissen ganz zufrieden, andere wiederum haderten mit sich und ihrer Leistung. Unklar war, ob es zur Titelverteidigung reichen würde.

Am Samstag den 11. Mai war dann die Siegerehrung. Gespannt wartete man auf die Ergebnisse. Mit den Plätzen 3, 4 und 5 in der Disziplin Luftgewehr-Jugend konnte man drei Pokale erkämpfen, jedoch den Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Große Spannung dann bei der Verkündigung der Ergebnisse des Kleinkaliberschießens. Als die neuntplzierte Mannschaft genannt wurde war klar, dass unser Ziel, unter die ersten acht Mannschaften zu kommen, erreicht war. Doch wie weit nach vorne sollte es noch gehen? Das war die große Frage. Als die Viertplazierten verkündet wurde und die Mannschaft Freetime noch immer nicht genannt war, stieg die Spannung nochmals. Letztlich reichte es zu einem sensationellen zweiten Platz, und das bei der ersten Teilnahme in dieser Disziplin.

So konnten wir bei vier Starts auch vier Pokal mit nach Hause bzw. mit ins Jugendzentrum nehmen. Dort wird es auf dem Pokalregal so langsam eng. Sollten die Jugendlichen auch im nächsten Jahr wieder so erfolgreich sein (was sie definitiv vorhaben) muss unser Regal wohl verlängert werden. Doch das soll dann das kleinste Problem sein.

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Im Juli 2012 eröffnet in Pfedelbach das neue Jugendzentrum. Nach zehn Jahren „Schattendasein“ im Keller der örtlichen Schule, beginnt damit ein neuer Abschnitt in der Offenen Jugendarbeit der Gemeinde Pfedelbach. Das mag nicht besonders spektakulär klingen und vielleicht ist es das auf den ersten Blick auch nicht. Doch bei näherer Betrachtung ist zu erkennen, wie viel wegweisendes und auch symbolträchtiges in dieser Entscheidung steckt. Ich meine damit nicht in erster Linie die Tatsache, dass in Zeiten knapper Kassen, eine Kommune Geld in eine Freiwilligkeitsleistung wie ein Jugendzentrum investiert. Das ist sicher lobenswert und sollte Vorbild für andere Kommune sein. Worauf ich hinaus möchte sind die scheinbaren Nebensächlichkeiten:

 

(1)   Da ist zum einen der Standort des neuen Jugendzentrums. Nicht etwa im Industriegebiet, wo die Jugendlichen doch „… so laut sein können wie sie wollen und niemanden stören“, sonder im absoluten Ortskern von Pfedelbach, in einem denkmalgeschützten Gebäude. Zum Einen mag es Zufall sein, dass gerade hier Räume frei wurden, zum Anderen zeugt es aber auch von einer mutigen (einstimmigen) Entscheidung des Gemeinderates, die Jugend ins Zentrum von Pfedelbach zu holen. Dort hin, wo Jugendliche aus meiner Sicht auch gehören, genauso wie Kinder und Senioren.

(2)   Da ist aber auch die Haltung gegenüber der Jugendarbeit im allgemeinen und präventiven Maßnahmen im Besonderen. So leistet sich Pfedelbach neben Schulsozialarbeitern an der Haupt- und Realschule (jeweils 50 % Stelle) auch mich als Jugendreferenten (60%) und meine Kollegin im Jugendreferat (400 €-Basis). Dass dies alles Freiwilligkeitsleistungen sind die jährlich Geld kosten ist das Eine. Dass hierdurch aber Folgekosten in weit höherem Maße eingespart werden und noch dazu viele junge Menschen in den Genuss von (freizeit-) pädagogischen Maßnahmen kommen, das Andere. Und dass ein Gemeinderat dies so sieht und mitträgt ist lobens- und beachtenswert.

(3)   Dass eine Kommune ihrem Jugendreferenten (also mir) fast uneingeschränkte Freiheit in seiner Berufsausübung lässt, spricht ebenfalls für sich. Man respektiert und achtet sich in Pfedelbach. Man erkennt an, dass ich als Jugendreferent der Fachmann für den Bereich Jugendarbeit bin und vertraut mir hier voll und ganz. Dieses entgegengebrachte Vertrauen hilft mir wiederum in meiner täglichen Arbeit. So kann die Offene Jugendarbeit in Pfedelbach seit nunmehr 10 Jahren stetig wachsen und an Struktur und Gestalt hinzugewinnen.

 

Doch schon Henry Ford sagte: „Stillstand ist Rückschritt“. So muss und wird es hoffentlich auch in Pfedelbach weiter vorangehen. Mit Stolz über das was bisher erreicht wurde und in dem Wissen, dass es noch viel zu tun gibt. Sowohl pädagogisch als auch strukturell.

So langsam nimmt das neue Jugendhaus in Pfedelbach gestalt an. Seit 30. Januar 2012 laufen die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Bis zur offiziellen Einweihung am 20./21. Juli 2012 soll aus der ehemaligen Arztpraxis im Marstallgebäude ein Jugendzetrum werden. Viele fleißige Helfer haben schon Hand angelegt, nicht nur die Jugendlichen selbst, die mit großem Eifer dabei sind. Auch Pfedelbacher Handwerker arbeiten zum Teil ehrenamtlich auf der Baustelle. Darüber bin ich sehr froh. Das spart nicht nur Geld, sondern zeigt auch, dass in Pfedelbach die Jugendarbeit im allgemeinen und die offene Jugendarbeit im besonderen einen hohen Stellenwert haben, für die man sich gerne engagiert.

Am 21./22. April 2012 findet in Pfedelbach eine Leistungsschau statt. An dieser werden wir für alle Interessierten die neuen Jugendräume zur „Baustellenbesichtigung“ öffnen. Am Samstag, 21. April von 15 – 19 Uhr und am Sonntag, 22. April von 14 – 17 Uhr kann sich dann jede/r selbst ein Bild vom aktuellen Stand der Baumaßnahmen machen. Außerdem werden wir einige Informationsmaterialen zur offenen Jugendarbeit des Jugendreferates Pfedelbach bereithalten und auf Stellwänden mit vielen Fotos unsere Arbeit präsentieren. Die Räume sind bis dahin sicher noch nicht ganz fertig, doch ein Besuch lohn sich mit Sicherheit. Für die Kinder und Jugendlichen werden wir auch einige Spielgeräte wie Kickertisch u.ä. aufstellen, so dass an dem Wochenende zum ersten Mal so etwas wie Jugendhausfeeling dort entstehen wird.

Über zahlreiche interessierte Besucher würde ich mich sehr freuen. Natürlich bin auch ich selbst und/oder meine Kollegin Frau Fritz zu den genannten Zeiten vor Ort. Bis dahin, wir sehen uns bei der Leistungsschau!