Archiv für die Kategorie ‘Gedanken’

Am kommenden Sonntag, den 7. März 2010 ist von 8 – 18 Uhr Bürgermeisterwahl in Pfedelbach. Wie in vielen anderen Gemeinden gibt es auch in Pfedelbach nur einen Kandidaten, und das ist der bisherige Amtsinhaber Kunkel. Bei nur einer zur Wahl stehenden Person fragt man sich schon, ob es sich überhaupt lohnt am Sonntag wählen zu gehen.

Es lohnt sich!

Mit der Stimmabgabe hat man am Sonntag den 7. März 2010 in Pfedelbach zwar nicht die Wahl zwischen zwei oder noch mehr Kandidaten, doch man hat die Möglichkeit, von einem Grundrecht der Demokratie gebrauch zu machen. Und nicht nur das. Wer mit der Arbeit des Bürgermeisters in den letzten Jahren zufrieden war, hat am Sonntag die Möglichkeit ihm dies durch seine Stimmabgabe auszudrücken. Haben Sie daran schon einmal gedacht? Ich will damit keine Werbung für Bürgermeister Kunkel machen, sondern lediglich darauf hinweisen, dass eine Stimmabgabe auch ein Signal ist. Und mal ganz ehrlich: Wer von uns freut sich nicht über eine Bestätigung seiner Arbeit. Und das Motto: Ned gschumpfä isch globt gnug! (Nicht zu schimpfen ist genug Lob) hört sich nett an, ist aber eine sehr passive und negative Haltung!

Habe hier eine kurze Kolumne von Roland Bender aus dem Magazin „Lachende Sozialarbeit“ 12/2008 die ich sehr gut finde und gerne mit meinen Lesern teile.

Als ich noch in Aachener arbeitete, kam eines abends Kurt, einer unserer treuesten Gäste  mit hängenden Flügeln zu uns in den Jugendtreff und erklärte, der Hausmeister des Hauses, in dem seine Freundin wohne, verweigere ihm bei seiner Freundin zu übernachten. „Darf der das eigentlich?“ fragte Kurt mit typisch doofem Gesicht. „Augenblick, das haben wir gleich …“ erwiderten wir mit kluger Miene und zogen uns in das Büro zurück. Aus dem Augenblick wurden zwei Stunden, in denen wir gemeinsam alle möglichen Gesetzestexte durchackerten und alle Leute rausschmissen, die und bei unserer Arbeit störten.

Schließlich hatten wir eine ganze Reihe von Paragraphen ausfindig gemacht, die Kurts Anliegen als Recht und des Hausmeisters Haltung als Unrecht belegten. Als Kurt das Jugendzentrum verließ, war er zu 110% gewappnet mit juristischen Argumenten, und wir waren stolz und sicher, dass Kurt in Zukunft bei seiner Freundin übernachten könne.

Am folgenden Tag kam Kurt strahlend wieder. Wir stürzten uns natürlich gleich auf ihn, um von ihm zu hören wie sehr wir ihm geholfen hätten. „Und … wie ist es gelaufen?“ „Was …?“ „Na mit dem Hausmeister?!“ Kurt musste kurz nachdenken. „Ach so, mit dem …“ „Ja, hast du ihm deine Rechte mal auf die Nase gebunden?“ „Nee, hab ich nicht. War mir zu blöd.“ „Wie …?“ „Na ich bin gestern Abend noch an der Tankstelle vorbei, hab ein paar Pullen Bier geholt, hab dem Hausmeister zwei rüber geschoben und da war alles paletti!“

Roland Berner

Leiter Kernteam Jugend und Migration

Kurze Freude

Veröffentlicht: 10. Oktober 2009 in Allgemeines, Gedanken, Jugendarbeit
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Am 27. Juli habe wir bei einer Geocaching-Freizeit des Jugendtreff Freetime einen  sogenannten Travel Bug (TB) losgeschickt. Heute habe ich nun die endgültige Bestätigung bekommen dass er schon an seiner ersten Station geklaut wurde. Das ist sehr ärgerlich und entäuschend. Es war ein ganz besonders schöner und einzigartiger TB, denn es war ein Unikat mit Wert, wohl mit zu viel Wert. Der TB hat es gerade mal von Pfedelbach bis nach Heilbronn geschafft, dort verliert sich seine Spur dann.

So sah er aus. Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass er vielleicht doch noch auftaucht, doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Dies zeigt mir einfach, dass Geocaching mittlerweile schon Mainstream ist und auch Idioten dieses schöne Hobby betreiben bzw. missbrauchen. Mals sehen, vielleicht schicken wir nochmal einen mit der selben Aufgabe los.

Konsum

Veröffentlicht: 20. Januar 2009 in Allgemeines, Erlebnisse, Gedanken, Informatives

Heute Abend durfte ich als Referent beim pädagogischen Elternstammtisch der Realschule Pfedelbach dabei sein. Es ging um das Thema „Konsum“. Es war ein sehr interessanter und auch für mich inspirierender Abend.

Besonders eindrücklich ist mir geblieben, dass es (entgegen der weitläufigen Meinung) doch Eltern gibt die sich mit ihren Kindern auseinandersetzen. Ich habe heute Abend Eltern erlebt die mit vielen Fragen kämpfen und dabei nur selten eine zufriedenstellende Antwort finden. Gibt es die überhaupt? Gibt es beim Thema Konsum DIE Antwort? Wenn ja, wie lautet die Antwort auf Fragen wie:

  • Ist das Internet segen oder Fluch?
  • Wäre die Welt ohne Handys besser?
  • Warum sind so viele Kinder so abgestumpft?
  • Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Auch heute Abend haben wir keine Lösungen gefunden. Doch wir sind mit mehr Fragen nach Hause gegangen als wir gekommen sind. Somit war es ein guter Abend.

Wenn es um Konsum oder andere Themen geht, fällt mir so oft auf, dass es am Ende darauf hinausläuft was sich in der Familie abspielt. Was Kinder von zu Hause mitbekommen. Prägung durch die Eltern ist eine extrem starke Kraft. Die Frage ist was Eltern damit oder daraus machen?

An dieser Stelle möchte ich allen Lesern – besonders denen die an diesem Abend anwesend waren – sagen: Danke dass sie ihre Kinder bewusst erziehen. Machen sie weiter damit. Machen sie auch weiter Fehler, das gehört dazu. Zu resignieren und nichts zu tun wäre viel fataler.

In diesem Sinne frohes „weiterziehen“ an alle Eltern!