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Das Jugendreferat Pfedelbach bot auch 2018 wieder einige tolle Ferienaktionen an. Los ging es in der ersten Ferienwoche mit dem Pfedelbacher Mitmach-Circus. Dieser fand in diesem Jahr bereits zum fünften Mal in Folge statt und feierte somit ein kleines Jubiläum. Vom 30. Juli bis 3. August 2018 konnten 55 Pfedelbacher Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren Zirkusluft schnuppern. In zehn verschiedenen Workshops, von denen sich jedes Kind einen für den Vormittag und einen für den Nachmittag ausgesucht hatte, erlernten sie jeweils eine Zirkusdisziplin. Besonders angesagt war – wie auch schon in den Jahren davor – das Trampolinspringen. Hoch hinaus mit viel Mut ging es bei der Vertikalstange und dem Trapezworkshop, während beim Kugellaufen und der Seilartistik eher das Gleichgewicht gefragt war. Die Akrobaten bauten bis zu dreistöckige Menschenpyramiden während die Leiterakrobaten geschickt ihre Leitern zu Pyramiden aneinander lehnten und darauf Kunststücke zeigten. Ähnliches zeigten die Stuhlakrobaten, nur mit dem Unterschied, dass sie statt Leiten Stühle stapelten und darauf in mehr als drei Meter Höhe Kunststücke wie etwa einen Kopfstand zeigten. Die Jongleure und die Einradfahrer blieben auf dem Boden. Sie jonglierten mit Tüchern, Bällen und dem Diabolo und zeigten beeindruckende Choreographien auf dem Ein- und Hochrad.

Täglich von 10 – 16 Uhr wurden die Kinder von sechs Zirkuspädagogen des Circus-Compostelli aus Schwäbisch Hall sowie dem Jugendreferenten Martin Jakob und drei Praktikantinnen der Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall betreut. Manche Kinder kamen auch schon um 8:30 Uhr zur Frühbetreuung „Wake-Up“, welche dieses Jahr zum ersten Mal angeboten und vom Jugendreferenten und den Praktikantinnen durchgeführt wurde. Mittags gab es täglich ein warmes Mittagessen mit Salat und natürlich auch einem Nachtisch. Hier war bei den Kindern vor allem Eis und Melone sehr beliebt, war es in dieser Zeit doch täglich über 30 Grad heiß.

Die Kinder hatten jede Menge Spaß beim Üben und ausprobieren der verschiedenen Zirkusdisziplinen. All das gelernte konnten sie dann am Freitag um 17 Uhr bei der großen Circus-Gala in der Creutzfelder-Sporthalle ihrem Publikum zeigen. Und das war wieder zahlreich erschienen. Rund 250 Gäste verfolgten die 70-minütige Vorstellung. Unter dem Motto „Damals bis heute“ durchstreiften die jungen Zirkusartisten die Jahrzehnte von den 40er Jahren bis in die Gegenwart und gingen in ihrer Anmoderation sowie den Darbietungen auf geschichtliche Ereignisse jener Zeit ein. Unterbrochen wurde die Veranstaltung nur durch den immer wieder kräftig aufkommenden Beifall des Publikums.

Es war eine sehr schöne und erlebnisreiche Woche für alle Kinder. Leider mussten wir dieses Jahr erstmals auch Kindern absagen. Die Warteliste war sehr lang. Nach gerade einmal drei Tagen war der Mitmac-Circus – nach der Veröffentlichung der Anmeldung in einer Gesamtausgabe des Pfedelbacher Gemeindeblattes kurz nach Pfingsten – komplett ausgebucht.

Spaß haben und dabei noch etwas Gutes tun. Das war das Motto der Osterferienaktion des Pfedelbacher Jugendzentrums Freetime. Unter dem Namen „Schlag den Martin“ konnten Jugendliche im Stil von „Schlag den Raab“ an zwei Tagen in verschiedenen Spielen gegen Pfedelbachs Jugendreferent Martin Jakob antreten.

Die bei dieser Aktion zusammengekommene Spende der Jugendlichen des Jugendzentrums in Höhe von 400 Euro wurde am 8. Mai 2018 an Vertreter des Vereins HELP! – Wir helfen! e.V. übergeben. Mit der Spende wurde mittlerweile ein kleines philippinisches Mädchen mit Kiefer-Gaumen-Spalte (Hasenscharte) namens Rodge Jhunlan Versoza erfolgreich operiert. Herr Zeisberger und Frau Cimander vom Verein HELP! – Wir helfen! e.V. übergaben an diesem Abend den Jugendlichen im Jugendzentrum Freetime ihre Spenderurkunde mit Vorher- und Nachher Fotos der kleinen Rodge. In einem anschließenden, etwa einstündigen Vortrag, erhielten die über zwanzig anwesenden Jugendliche weitere Einblicke in die Arbeit des Vereins auf den Philippinen. Dabei wurde allen Anwesenden bewusst, wie dankbar sie sich schätzen können, in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland zu leben. Im Anschluss gab es noch einzelne Gespräche im Jugendzentrum mit Kommentaren wie: „Ich gebe manchmal mehr als 400 Euro für einmal shoppen gehen in Stuttgart oder Heilbronn aus. Die Sachen schmeiß ich meistens nach zwei oder drei Jahren wieder weg. Die Spende von 400 Euro helfen der kleinen Rodge dagegen ein Leben lang. Das ist schon krass aber auch gut so!“

Weitere Informationen zum Verein HELP! – Wir helfen! e.V. findet man im Internet unter http://www.help-wirhelfen.de. Informationen zum Pfedelbacher Jugendzentrum, welches in Trägerschaft des Albert-Schweitzer-Kinderdorf e.V. in Waldenburg agiert, gibt es ebenfalls online unter http://www.freetime-pfedelbach.de.

Ganz so krass wie die Überschrift es vermuten lässt war es nicht. Dennoch war es ein echtes Abenteuer, dem sich am Himmelfahrtswochenende die sieben Teilnehmer und die beiden Betreuer bei Ihrer Kurzfreizeit stellten.

Unter dem Namen „Get X-treme“ veranstaltetet das Jugendzentrum Freetime in Kooperation mit dem Jugendhaus A-Moll aus Kupferzell eine dreitägige Freizeit der besonderen Art. Die Teilnehmer im Alter zwischen 12 – 24 Jahren stellten sich der Herausforderung, drei Tage zu Fuß unterwegs zu sein, ohne Essen und Geld mitzunehmen. Auch Zelte wurden keine mitgenommen. Lediglich eine Isomatte und einen Schlafsack sowie Wechselkleidung durfte jede Person dabeihaben. Bevor es losging konnten die Teilnehmer noch verschiedene nützliche Dinge „einkaufen“. Auf dem Billardtisch im Jugendzentrum Freetime lagen 30 Gegenstände wie etwa ein Campingkocher, eine Plane, eine Säge, Grillanzünder, Klebeband, Spielkarten, oder auch ein Baseballschläger. Alles war mit einem „Preis“ von 1 bis 4 versehen. Alle sieben Teilnehmer sowie die beiden Betreuer durften vor dem „Einkauf“ einmal mit einem Würfel würfeln. Mit der erwürfelten Summe konnten dann entsprechend viele Gegenstände erworben werden. Nach einiger Diskussion stand fest, dass der Baseballschläger im Freetime bleibt. Der Campingkocher und die Plane sowie einige weitere nützliche Gegenstände wurden mitgenommen. Die größte Diskussion gab es beim Toilettenpapier. Manche wollten es mitnehmen, andere sahen hierfür kein Bedarf. Letztlich wurde es doch mitgenommen.

Als es dann endlich los ging, stiegen alle in einen Kleinbus und bekamen die Augen verbunden. So ging es zu einem unbekannten Startpunkt mitten in einem Waldstück bei Schwäbisch Hall-Oberrot. Dort angekommen durften alle ihre Augenbinden abnehmen. Jeder sah sich um, doch außer Bäume und vier Waldwege war nichts zu sehen. Gemeinsam beschlossen wir dann, einem der vier Wege zu folgen bis wir entweder in ein Dorf kamen oder jemanden treffen würden, der uns sagen konnte, wo wir überhaupt sind. Zu allem Überfluss regnete es an diesem Tag, es war der Feiertag Himmelfahrt, so dass wir gleich zu Beginn schon nass wurden. Nach einer Stunde laufen trafen wir endliche auf eine kleine Gruppe Wanderer die uns auf unserer Karte zeigen konnten, wo wir eigentlich waren. Da mussten wir feststellen, dass wir eine Stunde lang in die genau entgegensetzte Richtung zu Pfedelbach gelaufen waren. Doch das konnte ja keiner von uns wissen. Mit den Angaben der Wanderer begaben wir uns dann auf dem Jakobsweg in Richtung Osten. Dort lag laut Karte der nächste Ort. Es war Sittenhardt. Rund neunzig Minuten später trafen wir bei strömendem Regen in Sittenhard ein. Unser Ziel war das Festzelt in der Ortsmitte wo aufgrund des Feiertags eine Hocketse des örtlichen Gesangvereins stattfand. Da wir aber absichtlich kein Geld und kein Essen mitgenommen hatten – wir wollten uns ja die komplette Zeit über irgendwie durchschlagen, darum ging es nämlich bei dieser Freizeit – konnten wir uns nicht einfach auf dem Fest etwas zu Essen und zu Trinken kaufen. So setzten wir uns erst einmal ins Festzelt. Sieben Jungs mit zwei Betreuern, völlig nass vom Regen und mit vollbepackten Rucksäcken, gaben ein Bild ab, das für neugierige Blicke bei den anderen Festbesuchern sorgte. Keiner unserer Jungs traute sich jedoch, die Bedienung am Essenstand anzusprechen und ihnen zu erklären wer wir sind, was wir machen und dabei zu fragen, ob wir eventuell etwas zu Essen umsonst bekommen könnten? Nach etwa 30 Minuten kam ein Mann auf uns zu und fragte, wer wir denn seien und wo wir hinwollen? Die Jungs erzählten ihm von unserem Projekt. Der Mann hieß Günther und fand es klasse was wir da machten. Die Jungs hatten ihm nämlich auch erzählt, dass sie sogar ihre Handys zuhause gelassen hatten um ein echtes Abenteuer zu erleben. Günther, so stellte sich schon bald heraus, war die gute Seele des Ortes. Ihn kennt in Sittenhardt wohl jeder. Er organisierte bei seinen Kollegen vom Gesangverein eine kostenlose Portion Pommes für alle. Das tat gut und ermutigte alle.

Als Günther fragte, wo wir denn nachts schlafen würden, sagten wir ihm, dass wir das noch nicht wissen. Zur Not im Wald unter einer aufgespannten Plane. Eine Scheune sei uns aber lieber sagten wir. Spontan bot er uns an, auf seinem Heuboden im Stall zu schlafen. Ein trockener Übernachtungsplatz war bei dem Regenwetter Gold wert. Als wir unser Nachtlager eingerichtet hatten, schlüpften zwei der Teilnehmer direkt in ihre Schlafsäcke. Die Anderen Beschlossen noch einmal auf das nahegelegene Fest zu gehen um dort im Festzelt Karten zu spielen. Wie das so ist auf dem Dorf, saßen dort zu später Stunde nur noch ein paar wenige Vereinsmitglieder in geselliger Runde beisammen. Wir sollten uns zu ihnen setzten. So redeten wir noch lange mit Ihnen. Nebenbei machten sie uns noch die restlichen Weißwürste warm, beschenkten uns mit Brezeln und Getränken gab es ebenfalls umsonst. Und als ob es nicht schon genug der Gastfreundschaft gewesen wäre, hatte Günther auch schon ein Frühstück für uns organisiert.

Am nächsten Morgen um 8 Uhr, nach einer trockenen Nacht im „Heuhotel“ wie wir es nannten, stand bei strahlendem Sonnenschein ein Tisch mit frischem Kaffee, Tee, Brötchen sowie Marmelade, Butter, Wurst und Käse für uns bereit. Sogar eine Tüte mit frisch gebackenen Muffins stand bereit. Alles vorbereitet von Günther, seiner Frau und seiner Nachbarin. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns von Günther und machten uns auf in Richtung Bubenorbis. Jedoch konnten wir nicht einfach nur geradewegs draufloslaufen. Um den Trip noch etwas spannender zu machen, hatten wir die gesamte Zeit in Abschnitte von zwei Stunden eingeteilt. In dieser Zeit war immer eine andere Person aus der Gruppe der Teamführer. Außerdem musste in diesen beiden Stunden auch immer eine bestimmte Aufgabe erledigt werden. Eine der Aufgabe lautetet an diesem Vormittag des zweiten Tages, dass 20 Minuten lang keine Person ihren Rucksack tragen durfte. Es musste also ein Gestell gebaut werden, mit dem das Gepäck transportiert werden kann. Mit langen und dicke Äste aus dem Wald wurden als Tragestangen auserkoren und alle Rucksäcke darauf aufgefädelt. Entsprechend langsam und mühselig ging es in der Folgezeit voran, denn die Stangen mit den Rucksäcken hatten ein ganz schönes Gewicht.

Gegen Mittag war dann Bubenorbi erreicht und wieder musste etwas zu Essen organisiert werden. So klingelten wir an verschiedenen Häusern, erzählten den Bewohnen von unserem Abenteuer und fragten sie, ob wir etwas Brot, Obst oder Gemüse bekommen könnte. Es stellte sich schnell heraus, dass die Menschen in Bubenorbis genauso hilfsbereit waren wie die aus Sittenhard. Nach einer Stunde hatten wir einen Laib Brot, Brötchen, einiges an Wurst und Käse sowie Kekse und sogar Schokolade zusammen. Sogar zwei Stücke selbstgebackenen Rhabarberkuchen hatten wir geschenkt bekommen. Genüsslich Vesperten wir anschließend am Bubenorbiser Dorfplatz. Hier lies sich unser jüngster Teilnehmer dann von seiner Mutter abholen. Das viele laufen und auch die sonstigen Anstrengungen hatten ihn an seine Grenzen gebracht. Außerdem hatte er gesundheitliche Einschränkungen.

Mit einer Person weniger ging es dann weiter in Richtung Pfedelbach. Nach wie vor musste die gesamte Strecke auf den eigenen Beinen zurückgelegt werde. Autos, Traktoren oder sonstige Mitfahrgelegenheiten waren also tabu. Als nächstes Etappenziel wurde Schuppach festgelegt. Vorbei an Lachweiler ging es dann steil und querfeldein hinab ins Schuppachtal. Dort kamen wir am späten Nachmittag an. Die Füße taten allen ganz schön weh. Schnell war beschlossen, dass wir an diesem Abend nicht mehr bis nach Pfedelbach laufen wollten. Zwar gehört Schuppach schon zu Pfedelbach, dennoch lagen noch rund 12 Kilometer Strecke vor uns. So beschlossen wir nach einigem abwägen der Möglichkeiten, unser Nachtlager in Schuppach auf der Wiese beim ehemaligen Gasthof „Zum Schuppachtal“ aufzuschlagen. Dort war eine Feuerstelle, eine gerade und gemähte Wiese zum schlafen sowie ein Bach zum sich waschen und Zähne putzen.

Auch in Schuppach trafen wir auf hilfsbereite Menschen. Sie versorgten uns mit Würstchen, Schokolade, Sprudel und einem ganzen Schubkarren voll Brennholz. So konnten wir an unserem zweiten Abend, mit den in Bubenorbis und Schuppach „erbeutete“ Lebensmitteln, einen Gemüseeintopf kochen und Würstchen am Feuer braten. Um Mitternacht durften die Teilnehmer dann auf freiwilliger Basis noch an einer Nachtaktion teilnehmen. Jugendreferent Martin Jakob hatte mit kleinen roten Blinklichtern eine rund 1 Kilometer lange Strecke markiert. Diese führte vom Ortsrand über Feldwege hinein in den Wald. Diese Strecke durfte jeder der Jungs alleine und ohne Taschenlampe ablaufen, immer von Blinklicht zu Blinklicht. Vor allem die letzten 100 Meter im stockdunklen Wald, wo es auch über einen kleinen Bach hinweg ging, waren dabei besonders aufregend. Empfangen wurden die mutigen Jungs am Ende dann von Martin Jakob, der im Wald saß und ihnen kurz mit einer roten Taschenlampe leuchtete. Noch im Wald wurde kurz reflektiert und zurück am Lagerfeuer dann ausführlich über die Gefühle bei dieser Aktion gesprochen. Nachts alleine durch den Wald zu laufen, noch dazu durch einen Wald in dem man zuvor noch nie war, löste bei einigen ein mulmiges Gefühl aus.

Mit einem guten Gefühl und bei strahlendem Sonnenschein startete die achtköpfige Truppe am nächsten Morgen in den dritten Tag. Die Nacht war trocken geblieben und alle die am Lagerfeuer geschlafen hatten stanken zwar nach Rauch, hatten aber auch nicht gefroren. Als das Nachtlager abgebaut und alles wieder in den Rucksäcken verstaut war, ging es los Richtung Pfedelbach. Der Weg war klar. Über Floßholz nach Untersteinbach und von dort durch Oberhöfen und Baierbach nach Pfedelbach. Das Ziel dort war das Jugendzentrum Freetime gegenüber dem Pfedelbacher Schloss. Da an diesem Tag die Sonne aber richtig stark vom Himmel schien, war diese Strecke nochmals sehr anstrengend. Die Fußsohlen brannten und alle versuchten nach Möglichkeit im Schatten zu laufen. Mit dem Ziel vor Augen wurde von einem Teil der Gruppe dann ein immer höheres Tempo vorgelegt, so dass sich die Gruppe in die Länge zog. Erst am Ortseingang von Pfedelbach waren alle acht Personen wieder komplett beisammen. Angekommen im Freetime nahmen alle mit einem Stöhnen ihren Rucksack von den schmerzenden Schultern und liesen sich auf die Sofas fallen. Allen stand die Anstrengung ins Gesicht geschrieben, aber auch die Erleichterung es geschafft zu haben. Zur Belohnung gab es für alle erstmal eine kalte Cola sowie anschließend eine Pizza sowie ein Eis vom Trunk. Nach einer kurzen Abschlussreflektion löste sich die Gruppe dann auf. Alle wollten erst mal nachhause unter die Dusche.

Insgesamt sind wir in den drei Tagen 32 Kilometer weit gelaufen. Die physische aber vor allem auch die psychische Belastung war bei diesem Trip ganz schön hoch. Zwar mögen sich 32 Kilometer in drei Tagen nicht besonders viel anhören, doch die Tatsache, dies alles mit schwerem Gepäck und teilweise in unwegsamem Gelände zurückgelegt zu haben, machten alles sehr viel anstrengender. Hinzu kam die ständige Ungewissheit, wann und was man als nächstes zu essen bekommen wird und wie die Leute auf einen reagieren werden, wenn man nach Essen fragt. Ab dem späten Nachmittag kam dann auch immer die Frage auf, wo man wohl ein Nachtlager finden würde?  Für die sieben Teilnehmer und auch für uns Betreuer war es rückblickend eine ganz besondere Erfahrung. Drei Aspekte blieben besonders hängen. Erstens: Jeder Einzelne und wir als Gruppe konnten mehr erreichen als anfänglich gedacht. Zweitens: Die Menschen die man trifft sind, wenn man ihnen freundlich begegnet, zu 95% ebenfalls freundlich und sehr hilfsbereit. Und Drittens: Man kann auch im Jahr 2018 drei Tage ohne sein Handy überleben!

Eine große Höhle auf der Schwäbischen Alb, tief unter der Erde wo im Winter rund 20.000 Fledermäuse überwintern. Das war am vergangenen Samstag das Ziel des Thekenteam des Jugendzentrum Freetime beim jährlichen Thekenteamausflug.

Einmal im Jahr gibt es im Jugendzentrum Freetime einen ganz exklusiven Ausflug, der nur ganz bestimmten Personen vorbehalten ist. Dem Thekenteam des Jugendzentrums. Dieses Team besteht aktuell aus fünf Personen im Alter zwischen 14 – 17 Jahren. Sie bewirten das ganze Jahr über während der Öffnungszeiten die Besucher des Jugendzentrums. Als Dankeschön dafür, wird dann – mit dem von ihnen selbst erwirtschafteten Geld – einmal pro Jahr ein Ausflug gestartet. Dieses Jahr hieß das Ziel „Falkensteiner Höhle“ auf der Schwäbischen Alb. Diese Höhle ist eine sogenannte wilde Höhle. Sie ist naturbelassen und nicht für Touristen ausgebaut. Das bedeutet: Keine Wege, Geländer und auch kein Licht. Außerdem ist die „Falki“, wie die Höhle auch genannt wird, zum großen Teil eine Wasserhöhle. Daher ist eine Begehung nur mit Neoprenanzug, Helm und Stirnlampe möglich.

Früh morgens um 7:30 Uhr war Abfahrt in Pfedelbach. Etwas verschlafen aber mit großer Vorfreude trafen die fünf Thekenmitarbeit Selina Bertet, Diana Massold, Selina Jakob, Paul Seemann sowie Dominik Pietzko am Treffpunkt ein. Ebenfalls dabei waren Aleksandar Petrovic, der bis Ende 2016 zum Team gehörte sowie die Betreuer Martin Jakob und Patrick Braun. Pünktlich um 9:30 Uhr waren wir am vereinbarten Treffpunkt, wo wir von den Guids von Team-X empfangen wurden. Nachdem alle einen Neoprenanzug samt Helm und Stirnlampe bekommen hatten, ging es ab in die Höhle. Schon nach wenigen Metern wurde es sehr eng und absolut dunkel. Nur die Lichtkegel der Stirnlampen erhellten die Finsternis und spiegelten sich im Wasser. Unser Guide Daniel erzählte uns immer wieder einige interessante Begebenheiten zur Höhle, während wir uns immer weiter ins Innere vorwagten. An einigen Stellen mussten wir uns durch enge Felsspalten quetschen, die noch dazu bis Brusthöhe mit Wasser gefüllt waren. An einem Abschnitt gab es eine Engstelle, durch die gerade so der Hals durch passte. Oben und unten war es etwas breiter. Auch hier quetschten wir uns alle durch. Laufend, kabbelnd und schwimmend im eiskalten Wasser bewegten wir uns immer weiter voran. Zwischendurch gab es auch größere Kammern mit Tropfsteinen. Nach rund 75 Minuten waren wir knapp 500 Meter weit in die Höhle vorgedrungen. Ab dort hätte eine kurze Passage getaucht werden müssen um in einen anderen Höhlenteil zu gelangen. Dies war in unserer Tour aber nicht enthalten. Einige wären gerne hindurch getaucht, andere wiederum waren froh, dass wir an dieser Stelle wieder umkehrten. Tauchen im eiskalten Wasser bei völliger Dunkelheit wäre für manche doch etwas zu viel des Guten gewesen. Dennoch hatten alle – trotz eisiger Hände – viel Spaß. Zwischendurch kam es bei einer Raststelle sogar zu einer Lehmschlacht. Alle rieben sich gegenseitig mit Lehm ein, so dass unsere Gesichter aussahen, als kämen wir gerade aus einer Schönheitsbehandlung mit Heilschlamm.

Der Rückweg war zwar der Gleiche wie der Hinweg, da die Höhle keine Durchgangshöhle ist, dennoch kam einem die Höhle ganz anders vor. Als wir nach rund 2,5 Stunden wieder das Tageslicht erblickten, mussten sich unsere Augen erst daran gewöhnen. Die Farben des Waldes und die Gerüche waren viel intensiver nach dieser relativ langen Zeit unter Tage. Auf der Rückfahrt nach Pfedelbach standen wir leider noch im Stau, doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Es war ein tolles Teamerlebnis und für jeden eine ganz neu Erfahrung. Und genau darum ging es an diesem Tag auch. Als Team etwas neues und spannendes zu erleben um mit neuer Motivation in die nächste Thekendienst-Saison zu starten.