Archiv für die Kategorie ‘Allgemeines’

Letzte Woche hatte ich eine sehr interessante Begegnung mit einer Person, die mein Herz sehr berührt hat. Ich war gerade beim Schießtraining im Schützenverein Pfedelbach, als ein Großvater mit seinem Enkel dort vorbei kam um sich den Verein einfach mal anzusehen. Als ich mich mit meinem Namen vorstellte, meinte er, er hätte schon von mir gelesen. Es entwickelte sich ein sehr angenehmes und inspiriendes Gespräch über die Jugendarbeit im Allgemeinen und die offene Jugendarbeit im Besonderen.

Was mich dabei so sehr begeistert hat, war – neben dem Inhalt des Gespräches – vor allem die Liebe und die Leidenschaft dieses älteren Herren für die Jugendarbeit. Ich spürte sofort, dass sein Herz für die junge Generation brannte. Und dieses Brennen, geparrt mit der liebevollen Art die dieser Mann ausstrahlte, beeindruckte mich sehr.

Ich fand und finde es einfach genial, wenn Menschen einer älteren Generation ein Herz für die ihnen nachfolgenden Generationen haben und sich für deren Belange engagieren und einsetzten. Ältere Menschen, die über die „Jugend von heute“ nur schimpfen und lästern, kenne ich genug. Doch was ich mir wünsche sind viel mehr Mensch wie diesen Herr. Nicht nur hier in Pfedelbach, Öhringen oder Hohenlohe, sondern überall auf dieser Erde. Und dank Facebook habe ich nun sogar auch gleich Kontakt zu ihm aufnehmen können. Das finde ich genial.

Lieber Herr … , sie haben mich sehr beeindruckt und Spuren bei mir hinterlassen. Es waren zwar nur etwa 30 Minuten in denen wir uns unterhalten haben, doch diese waren sehr wertvoll für mich. Vielen Dank für ihre offene, warmherzige und liebenswerte Art. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja noch einmal, ich würde es mir sehr wünschen.

Jugendarbeit ist eine Freiwilligkeitsleistung, heißt es. Doch ganz so freiwillig ist sie dann doch nicht wie viele glauben. Im Kinder- und Jugendhilfegesetzt (KJHG § 11 Absatz 1) heißt es:

Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

Dennoch wird in vielen Kommunen an der Jugendarbeit und anderen „freiwilligen“ Leistungen gespart. Was dabei jedoch nicht bedacht wird, ist der präventive, also vorbeugende Charakter dieser Leistungen. Doch diesen kann man schlecht schon im Voraus beziffern. Wenn man sicher wüsste, dass man beispielweise durch die Bezahlung einer 50 % Stelle eines Jugendsozialarbeiters, der etwa 40.000 € im Jahr kostet, im Endeffekt die gleiche Summe oder noch mehr sparen würde, wären sicher alle bereit dies Stelle einzurichten.

Nur als Beispiel zum drüber Nachdenken: Eine Unterbringung eines Jugendlichen in einem Heim kostet pro Jahr etwa 60.000 – 70.000 €. Wenn also durch die Arbeit, des im Beispiel genannten Jugendsozialarbeiters erreicht wird, dass nur ein Jugendlicher weniger ins Heim muss, hat sich die Stelle schon refinanziert. Und was wäre, wenn es drei oder vier wären?

Am ersten Ferientag der Faschingsferien hatten die Pfedelbacher Jugendlichen die Wahl zwischen ausschlafen und sporttreiben. Das Jugendreferat Pfedelbach hatte an diesem Tag von 9 – 17 Uhr zum Sporttag in die Creutzfelder-Sporthalle geladen. Kurz nach neun Uhr standen schon die ersten 15 Jungs in der Halle. Im Laufe des Tages kamen weiter hinzu. Manche wollten dann wohl doch lieber noch etwas länger schlafen. Über den Tag verteilt nahmen rund 40 Pfedelbacher Jugendliche das Angebot wahr. Es wurde viel Fußball gespielt, aber auch Trampolinspringen, Basketball und Badminton war gefragt. Das Highlight war für viele das Boxen nach der Mittagspause. Nachdem alle ihren bestellten Döner verspeist hatten, wurde ein Boxring aufgebaut, indem die Jugendlichen gegeneinader boxen konnten. Geschützt durch Kopfschutz und mit Boxhandschuhen ausgestattet traten sie gegeneinder an. Nach klaren Regeln und maximal 3 Minuten lang flogen die Fäuste durch die Luft und an den Kopf des Gegners. Außer Nasenbluten und etwas „Sternchen sehen“ gab es keine Verletzungen.

Nach acht Stunden Sport waren dann alle ausgepowert und zufrieden. Dennoch kamen sogleich die ersten Nachfragen, wann denn der nächste Sporttag stattfinden würde. Dieser folgt mit Sicherheit in einer der nächsten Ferien, wenn die Halle wieder einmal frei ist.

Für mich sind solche Tage zum einen tolle Erlebnisse, zum anderen aber auch sehr anstrengend. Alleien für 40 Jugendliche verantwortlich zu sein, und das beim Sport wo die Emotionen schon mal hochkochen ist Schwerstarbeit. Ständig muss ich alles im Blick haben und alle Fragen beantworten (und das sind viele). Trotz allem mache ich solche Sporttage immer wieder, da ich es für auserordentlich wichtig erachte, dass junge Menschen sich austoben und auspowern können. Deshalb auch das Boxen, bei dem Jugendliche ihre Kräfte mal wirklich messen können.

Ich bin immer sehr froh, wenn solche Sporttage ohne Verletzungen zu Ende gehen, so wie dieser wieder.

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Ehrenamtliches Engagement. Ein Schlagwort, das immer häufiger auch im Sprachgebrauch von Politikern auftaucht. Denn eins ist klar: Ehrenamtliches Engagement heißt auch arbeiten, ohne Geld dafür zu bekommen. Und wenn die Staatskassen leer sind, so scheint dies durchaus eine rentable Maßnahme zur Kosteneinsparung zu sein. Daher gibt es immer mehr Maßnahmen auf Landes- oder Bundesebene, die auf ehrenamtliches Engagement setzen.

Doch das Ehrenamt hat seine Grenzen.  Es gibt Bereiche wie Medizien, Forschung und die Wirtschaft, in denen das Ehrenamt nicht oder kaum Platz findet. Der soziale Bereich hingegen scheint geradezu prädistiniert zu sein für ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement. In Kindergärten, Schulen, der Altenpflege, den Vereinen und der Jugendarbeit finden wir tausende von sogenannten Ehrenamtlichen. Menschen, die bereit sind, ein Teil ihrer Freizeit, ihrer Kraft und ihrer Begabung unentgeltlich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Ohne sie würde unser sozialsystem an vielen Stellen zusammenbrechen.

Auch und gerade in der Jugendarbeit braucht es sie, Menschen, die sich für und in junge Menschen investieren. Ich bin stolz darauf, dass auch ich seit einigen Monaten auf sechs ehrenamtliche Helfer zurückgreifen kann. Seit Anfang 2010 haben sich fünf junge Männer und eine Frau zwischen 19 und 21 Jahren bereiterklärt, die offene Jugendarbeit der Gemeinde Pfedelbach zu unterstützen.  Sie alle sind ehemalige Jugendliche, die den Jugendtreff Freetime in Pfedelbach seit vielen Jahren besuchen. Nun sind sie dem Jugendalter entwachsen und übernehmen selbst Verantwortung für die nächste Generation.

Vier von Ihnen haben im letzten halben Jahr eine Jugendleiterausbildung bei Forum Jugend Hohenlohe absolviert. Am Sonntag, den 30. Januar 2011 wurde ihnen ihre Jugendleitercard (JuLeiCa) feierlich beim Neujahrsempfang überreicht. Sie zeigt, dass sie eine qualifizierte Grundausbildung im Bereich Jugendarbeit absolviert haben. Ich freue mich, dass ich nun nicht „nur“ auf Ehrenamtliche, sondern auf qualifizierte Ehrenamtliche zurückgreifen kann.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Gemeindeverwaltung Pfedelbach, welche die Kosten der Ausbildung übernommen hat.

v.l.n.r.: Daniel Hengge, Marcel Hofmann, Jan Schäfer, Patrick Braun

v.l.n.r.: Daniel Hengge, Marcel Hofmann, Jan Schäfer, Patrick Braun