Im Jahr 2012 stand für die Pfedelbacher Jugendlichen der damals heiß ersehnet Umzug des Freetime vom Keller in der Creutzfelder-Schule in das Marstallgebäude an. Nun, nach 8 Jahren Dauernutzung, stand zum ersten Mal eine Teilrenovierung an. In zwei Räumen wurden die Wände neu gestrichen und kleinere Macken ausgebessert. Dass dies nicht vom Bauhof, sondern von den Jugendlichen selbst erledigt wurde, war Ehrensache.
Drei Tage waren für die Streicharbeiten angesetzt. Täglich trafen wir uns um 10 Uhr im Freetime. Mit dabei waren neben Jugendreferent Martin Jakob noch die drei Jugendlichen Marvin, Selina und Maylin. Am ersten Tag, dem Mittwoch, stand zunächst das Abkleben und vorbereiten des Streichens an. Dies war noch relativ einfach. Schwerer wurde es dann, als entschieden werden musste, welche Farbe die Wände bekommen sollten? Wir schwankten zwischen blau und lila. Da jedoch am Mittwoch zuerst alle Wände erst einmal weiß gestrichen wurden, konnte diese Entscheidung noch etwas warten. Deshalb starteten wir eine Umfrage auf Instagram mit einer integrierten Abstimmung zwischen blau und lila. Am Ende des Tages hatten 41 Personen abgestimmt. Das Ergebnis konnte knapper nicht sein. 20 Personen hatten für blau gestimmt und 21 für lila. Somit war die Entscheidung gefallen.
Am Donnerstag, unserem zweiten Tag, kam dann also Farbe ins Spiel. Wir fragten uns, wie das Lila auf einer großen Fläche wohl wirken wird? Daher beschlossen wir, nicht gleich alle Wände lila zu streichen, sondern eine nach der Anderen. Die Farbe kam sehr kräftig raus, was zum einen sehr schön war, schnell aber auch zu viel sein kann. Daher war klar: Wir streichen nur zwei der vier Wände in Lila. Die anderen beide würden weiß bleiben. Mit großer Freude machten sich Marvin, Selina und Maylin an die Arbeit. Nachdem sie am Vortag schon alles weiß gestrichen hatten, waren sie mit Pinsel und Walze schon sehr vertraut. Stück für Stück verwandelten sich die beiden Wände von weiß in ein schönes „Milka-Kuh-Lila“. Passend zu dieser Farbe wurden dann im Internet noch Bilder auf Leinwand ausgesucht und bestellt.
Da wir am dritten Tag noch weiße Farbe übrighatten und gut in der Zeit lagen, beschlossen wir auch noch den Flur neu zu streichen. Die Schwestern Selina und Maylin übernahmen diese Aufgabe selbständig, währen sich Marvin mit Martin dem Außenbereich widmeten. Die dortigen Sitzgelegenheiten waren wetterbedingt schon sehr vermoost und grau. Deshalb durfte Marvin ihnen mit dem Hochdruckreiniger wieder zu neuem Glanz verhelfen. Eine Arbeit die ihm mindestens genauso viel Spaß machte wie das Streichen. Am frühen Nachmittag war dann auch der Flur gestrichen und die Sitzgelegenheit im Außenbereich wieder schön sauber. So konnte zum Endspurt angesetzt werden. Innerhalb von wenigen Stunden waren alle Steckdosen und Lichtschalterabdeckungen wieder montiert, sämtliches Malerwerkzeug gereinigt und aufgeräumt sowie alle Möbel wieder an ihrem Platz. Gegen 17 Uhr war das Ferienprojekt „Freetime streichen“ dann beendet. Nun fehlen nur noch die neuen Bilder an der Wand, die demnächst kommen werden.
Für die drei Jugendlichen waren es intensive und arbeitsreiche Tage in denen sie jedoch auch viel Praktisches gelernt haben. Eines steht für sie nun fest: Wenn sie eines Tages eine eigene Wohnung haben, werden sie kein Geld für einen Maler ausgeben, sondern selbst streichen. Dass sie das können, haben sie eindrucksvoll bestätigt. Das Ergebnis ihrer Streicharbeiten ist wirklich top!






















