Archiv für Juni, 2016

Neun Teams aus neun Kommunen des Hohenlohekreises gingen am Sonntag den 19. Juni 2016 beim „Spiel ohne Grenzen“ auf dem Gelände der Landesgartenschau in Öhringen an den Start. Pfedelbach wurde dabei vom Jugendzentrum Freetime vertreten.

Ohne zu wissen welche Aufgaben auf uns zukommen würden, machten wir uns am Sonntag auf den Weg zur LaGa. Wir, das waren drei Jungs und drei Mädchen des Jugendzentrum Freetime in Begleitung  von Jugendreferent Martin Jakob. Pünktlich zum Start um 10:30 Uhr am Landkreispavillion waren neun Teams erschienen. Kurz wurde der Ablauf erklärt und dann ging es auch schon los. An sechs Stationen mussten die Teams unterschiedlichste Aufgaben bewältigen. Von Geschicklichkeitsübungen über Ratespiele bis hin zu Teamaufgaben war alles dabei. So musste zum Beispiel eine bestimmte Strecke in einem Rollstuhl durchfahren oder Kegel mit einem an einer Schnur befestigten Kugel umgekegelt werden. Am Stand des THW Pfedelbach wartete ein Hindernisparcours, durch den Wasser transportiert werden musste. Innerhalb von zehn Minuten musste so viel Wasser wie möglich in einen Eimer geschüttet und dieser dann mit einer Schubkarre im Slalom zu einer Plattform gebracht werden. Von dort wurde das Wasser wieder mit zwei Bechern ausgeschöpft, nach oben auf die Plattform gereicht und von dort in einen Schlauch gefüllt. Die Wassermenge die am Ende des Schlauches heraus kam wurde gemessen und entschied über die Punkteausbeute.

Insgesamt waren es sehr vielseitige und abwechslungsreiche Stationen. Teilweise war die Größe unserer Jungs, die zuvor als ein Vorteil angesehen wurde, sogar ein Nachteil. Während unsere 12 oder 13-jährigen Gegner locker unter einem Biertisch durchkrochen, mussten sich unsere großen Jungs hier abmühen. Letztlich war mehr der Siegeswille und die gute Teamleistung ausschlaggebend für die Punktausbeute als das Alter und die Größe der Teilnehmer.

Als um 14:30 Uhr am Landkreispavillion von Landrat Dr. Neth die Sieger bekannt gegeben wurden, war die Spannung im Team Pfedelbach spürbar. Alle wussten, dass wir gut im Rennen lagen, doch hat es am Ende für ein Platzierung unter die Top drei gereicht? Das war die große Frage. Dann die Erleichterung und die große Freude.  Das Team Pfedelbach hatte sich mit 51 von 60 möglichen Punkten knapp vor Niedernhall (49 Punkte) und Mulfingen (48 Punkte) durchgesetzt und somit den Sieg eingefahren. Als Preis für den ersten Platz gab es einen Gutschein in Höhe von 500 Euro. Die zweitplatzierten erhielten 300 Euro und die Drittplatzierten 200 Euro.

Ein toller Sieg, der sogleich die Frage aufwarf, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Schnell waren sich alle Beteiligten einig, dass es in den Ausbau der Chillzone (Außenanlage beim Freetime) investiert werden soll. In welcher Form wird sich zeigen.

Für das Team Pfedelbach waren am Start: Kim Schmid, Melinda Gauger, Karina Zander, Daniel Pietzko, Dawid Pietzko und Kim Stang.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wie erklärt man jungen Menschen eigentlich was Solidarität bedeutet? Die Antwort ist recht einfach: Man erklärt es nicht, man zeigt es ihnen!

Wir alle haben von den Unwettern in Braunsbach und Umgebung Ende Mai 2016 gehört. Auch unter den Jugendlichen in Pfedelbach war dies ein Thema, das aufgrund der Fotos und Videos auf Facebook sehr aktuell war. Da in Pfedelbach am Freitag, den 3. Juni 2016 wegen eines pädagogischen Tages in Pfedelbach schulfrei war, organisierte ich spontan einen Hilfseinsatz für die von den Fluten betroffenen Menschen. Innerhalb weniger Stunden meldeten sich zehn jungen Menschen zu diesem Hilfseinsatz an. Anstatt an diesem schulfreien Tag auszuschlafen, fanden sie sich um 8:15 Uhr vor dem Jugendzentrum Freetime ein. Bepackt mit Gummistiefeln, Handschuhen und Schaufeln ging es dann nach Künzelsau. Dort war unser erster Einsatzort ein Privathaus unweit der Innenstadt. Noch immer stand dort etwa 20 Zentimeter hoch das Wasser im Keller. Dieses war mit jeder Menge Schlamm und leider auch Heizöl vermischt. Unsere Aufgabe war es, in einer langen Menschenkette alles was sich im Keller befand zwei Stockwerke höher ins Freie zu schaffen. Ein echter Knochenjob, den die fünf Jungs und fünf Mädchen im Alter zwischen 14 – 17 Jahren mit großem Einsatz meisterten. Das schlimmste war nicht der Matsch und die Schufterei, sondern der Heizölgestank der uns allen in die Nase stieg. Immer wieder mussten diejenigen, die im Keller direkt arbeiteten an die frische Luft gehen. Nach zweieinhalb Stunden war der Keller leer geräumt, alles in zwei Container verfrachtet und die Hausbesitz sehr erleichtert und dankbar, dass wir ihnen geholfen hatten.

Danach zogen wir weiter zu unserem nächsten Einsatzort in der Künzelsauer Innenstadt. Im Keller des Schuhhauses Setzer, welches vom Hochwasser besonders stark betroffen war, mussten Schränke leergeräumt werden. Diese Schränke waren gefüllt mit älteren Akten einer Anwaltskanzlei, welche sich im 1. OG über dem Schuhhaus befindet. Insgesamt 15 Schränke mussten von der Feuerwehr mit dem Trennschneider aufgeschnitten und dann die nassen und schlammigen Akten ins Frei gebracht werden. Auch hier wurde eine lange Menschenkette mit 27 Personen gebildet. Elf Personen davon waren wir vom Jugendzentrum Freetime. Insgesamt rund acht Tonnen Akten beförderten wir – zusammen mit den anderen Helfern – vom Keller bis in den Container im Freien. Auch dies war kein so leichter Job, doch immerhin stank es diesmal nicht nach Heizöl. Nach etwa drei Stunden warf Paul Seeman um 14:30 Uhr, unter Applaus der Anderen Helfer, die letzte Akte in den Container. Damit war unser Einsatz beendet. Es folgte noch ein Mittagessen beim Dönerladen. Danach machten wir uns dann wieder auf den Heimweg nach Pfedelbach. Dort war für alle erst einmal duschen angesagt, denn wir waren von oben bis unten dreckig.

Für die Jugendlichen war es ein sehr einprägsames und zugleich wichtiges Erlebnis. Sie erlebten mehrmals an diesem Tag die Dankbarkeit der Betroffenen Personen und ernteten immer wieder Lob und Anerkennung für ihren freiwilligen Einsatz. Nicht nur von den Geschädigten, sondern auch von anderen Helfern. Auf die Frage, warum sie denn überhaupt an einer solchen Hilfsaktion teilnehmen würden, anstatt im Bett zu bleiben und auszuschlafen, antworteten sie: „Das nächste Mal kann es auch uns in Pfedelbach treffen und dann sind wir auch froh, wenn uns jemand hilft.“ Genau das ist der Punkt an der Sache. Besonders in so schwierigen Zeiten wie nach Naturkatastrophen, sollte man zusammen stehen und sich gegenseitig helfen. Das haben wir getan und somit ganz praktisch erlebt, was Solidarität ist und wie sie gelebt werden kann. Eine wichtige Lektion für alle Beteiligten.

Ein großes Dankeschön den freiwilligen Helfern Maja Demirci, Diana Massold, Selina Bitsch, Gina Ost, Chiara Simola, Paul Seeman, Jeremy und Jermane Melzig, Przmek Rynkiewicz und Dawid Pietzko.

Hier ein fünfminütiges Video von unserem Hilfseinsatz: