Archiv für Mai, 2016

Die ersten richtig warmen Tage des Jahres standen am vergangen Wochenende vor der Tür und gleichzeitig auch unsere dreitägige Kanufreizeit. Mit zwei Kleinbussen und einem Anhänger voller Kanus ging es ab nach Bayern zum paddeln auf der Altmühl.

Direkt nach der Schule trafen sich am Freitag die Pfedelbacher Teilnehmer in der Ortsmitte und starteten mit Jugendreferent Martin Jakob in das Abenteuer. In Kupferzell schlossen sich uns noch Jugendliche aus den Jugendreferaten Kupferzell und Künzelsau, samt deren Jugendreferenten an. Gemeinsam ging es dann auf die zweistündige Anreise nach Dollnstein an der Altmühl. Auf dem dortigen Campingplatz bezogen wir unser Quartier und richteten uns ein. Geschlafen wurde in zwei Tipi-Zelten, während zwei weitere große Zelte als Küchen- und Mannschaftszelt für unsere 14-köpfige Truppe dienten. Als alles aufgebaut war, wollten einige Teilnehmer unbedingt noch in der Altmühl baden gehen. Das Wasser hatte zwar nicht einmal 10 Grad, doch das hielt die Jungs und Mädels nicht davon ab, dennoch im Fluss zu baden, wenn auch nur kurz. Nach einer heißen Dusche gab es Fleisch und Wurst vom Grill. Anschließend wurde der Abend mit Gesellschaftsspielen verbracht. Um ein Uhr schickten wir drei Betreuer alle ins Bett, schließlich lag am nächsten Tag eine längere Paddelstrecke vor uns.

Nach einer kalten Nacht begann der Samstag sehr freundlich. Mit frischen Brötchen und einem heißen Kaffee oder Tee war die Kälte schnell vergessen und die Vorfreude aufs paddeln stieg. Vom Campingplatz aus fuhren wir nach Solnhofen zur Einstiegsstelle. Dort ließen wir unsere Kanus zu Wasser und die Fahrt auf der Altmühl begann. Sechs der elf Teilnehmer im Alter zwischen 12 – 20 Jahre saßen in diesem Moment zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Kanu. Entsprechend schwer taten sich einige, die zuvor erklärte Paddelschläge zum Lenken richtig auszuführen. Da die Altmühl jedoch ein sehr ruhiger und langsam fließender Fluss ist – in Kanufahrerkreisen wird die Altmühl scherzhaft auch als längster See Deutschlands bezeichnet – hatten alle die nötige Zeit das Steuern zu erlernen.

Die Highlights auf unserer 13 Kilometer langen Strecke waren die beiden Wasserrutschen. Das sind Stauwehre, die in der Mitte eine Fahrrinne für Boote haben. Dort kann man mit dem Kanu eine kurze abschüssige Rampe hinunter fahren. Die Strömung und die Wellen am Ende der Wasserrutsche haben es dabei in sich. So manches Boot ist hier schon gekentert. Entsprechend aufgeregt waren unsere Teilnehmer, als sie die Wasserrutschen passierten. Alle schafften die Durchfahrt jedoch ohne zu kentern. Lediglich ein bis zwei Schwalle Wasser schwappten ins Boot und machten die im Boot vorne sitzende Person ziemlich nass. An der zweiten Wasserrutsche hätten es Dawid Pietzko und Paul Seemann fast geschafft ihr Kanu zu versenken. Nur Haarscharf entgingen sie dem Kentern. Ihr Kanu war jedoch nach der Durchfahrt der Wasserrutsche mit rund 400 Liter Wasser gefüllt, so dass sie ans Ufer fahren und ihr Boot ausleeren mussten.

Nach sechs Stunden Paddelzeit, inklusive einer Stunde Mittagspause, kamen wir um 18 Uhr wieder an unserem Campingplatz an. Den Abend verbrachten wir mit duschen, Essen und Kubb spielen. Als um 22 Uhr Nachtruhe auf dem Campingplatz war, setzten wir uns in den Aufenthaltsraum des Campingplatzes und unterhielten uns dort bis ein Uhr nachts. Es waren sehr tiefgründige und ehrliche Gespräche über Erziehungsfragen, gegenseitigen Respekt, Gebrauch von Schimpfworten, Lebensplanung, Organspende und zerrüttete Familienverhältnisse. Viele Jugendliche gaben erstaunlich viel von sich selbst Preis und vertrauten uns Erwachsenen sowie den anderen Teilnehmern viele ihrer Sorgen und Ängste an.

Der Sonntag war dann nicht nur unser Abreisetag. Bevor es auf die Rückfahrt nach Pfedelbach ging, wurde noch einmal gepaddelt. Acht Kilometer standen auf dem Programm. Die ersten drei Kilometer hatten es dabei in sich. Starker Gegenwind sorget dafür, dass alle doppelt so hart paddeln mussten, um überhaupt von der Stelle zu kommen. Auf der Wasseroberfläche bildeten sich sogar rund fünf Zentimeter hohe Wellen, gegen die wir anfahren mussten. Sobald wir aufhörten zu paddeln, trieb es uns Fluss aufwärts. Der Wind war stärker als die Strömung. Ein echter Härtetest für alle. Durchhaltevermögen und Kampfgeist waren gefragt. Als die Altmühl dann endlich eine Biegung machte kam der Wind von der Seite. Das war schon viel angenehmer. Auf den letzten drei Kilometern hatten wir dann sogar Rückenwind und waren deutlich schneller unterwegs. Nach etwa drei Stunden hatten wir das Ziel erreicht. Wir verluden die Kanus auf den Anhänger und machten uns auf die Rückfahrt nach Pfedelbach, wo wir um 18:30 Uhr eintrafen.

Neben Sonnenbrand und Muskelkater haben wir auch sehr viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse mitgebracht. Die Lust aufs Kanufahren wurde in den Jugendlichen geweckt und alle hatten ihren Spaß. Keiner hatte es bereut mitgegangen zu sein. Im Gegenteil: Die ersten fragten schon an, wann wir das nächste Mal Kanufahren gehen? Das steht noch nicht fest, doch es wird sicher ein nächsten Mal geben.

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