Archiv für Juli, 2010

2009 fand zum ersten Mal ein Geocaching Wochenede im Jugendhaus Pfedelbach statt. In gut einer Stunde starte ich mein zweites Geocaching Wochenende mit 7 Jungs aus meinem Jugendhaus. Gemeinsam werden wir von heute (Freitagabend) bis Sonntagnachmittag auf „Schatzsuche“ gehen. Ich freu mich drauf, hab nämlich sehr geniale Caches ausgesucht. Wir erkunden alte Bunker der 1935 -1938 erstellten Neckar-Enz-Stellung sowie einige verlassene Häuser rund um Stuttgart/Ludwigsburg. Das wird Abenteuer und Nervenkitzel  pur!

Die meisten Kinder sind ab und an mal etwas frech. Normal ist auch, dass Jugendliche – vor allem in der Pupertät – ihre Grenzen und die der Erwachsenen austesten. Damit habe ich jede Woche zu tun, das gehört zu meinem Job als Jugendreferent und Jugendhausleiter. Daran habe ich mich gewöhnt und ich weiß auch um die Wichtigkeit dieser Erfahrungen für Jugendliche. Sehr oft diskutiere und debattiere ich auch mit Jugendlichen über deren Verhalten, ihre Ansichte, Rechte und Pflichten oder über Themen wie Freundschaft, Sexualität, Verhältnis zu den Eltern und gegenseitigen Respekt. Diese Diskussionen liebe ich und halte sie für sehr, sehr wichtig.

Aktuell „muss“ ich mich jedoch mit einigen Jugendliche hier in Pfedelbach auseinandersetzen, mit denen man über solche Themen nicht diskutieren kann, ohne jedes mal nur einen dummen Spruch oder ein hämisches Grinsen zurück zu bekommen. Das große Problem an diesem „Fall“ ist, dass die Betroffenen keinerlei Respekt vor irgend jemanden haben und noch dazu anscheinend keine Grenzen kennen. Selbst der Respekt vor der Polizei ist nicht vorhanden.

Diese Auseinadersetzung kostet mich zum einen sehr viel Nerven, aber auch Kraft und Arbeitszeit. Das wäre alles kein Problem, wenn am Horizont ein kleiner Schimmer von Hoffnung auf Besserung aufleuchten würde auf den ich zuarbeiten könnte. Doch dem ist in diem Fall nicht so. Es scheint so, als sei bei diesen Jugendlichen im Alter zwischen 13 – 15 Jahren schon jegliche Bemühung vergebens.

Was also tun mit solchen jungen Menschen, die zum einen ein wirkliche Problem für die Öffentlichkeit darstellen, zum anderen aber doch wieder nur die Leidtragenden fehlender Erzieherung sind?

Das Elternhaus spielt in solchen Fällen sicherlich eine große Rolle. Doch frage ich mich auch, welche Rolle wir als Gesellschaft darin spielen? Denn ein Stück weit sind solche Kinder und Jugendliche auch das „Produkt“ unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die immer mehr das Individuum und dessen Rechte hervorhebt. Eine Gesellschaft, die jungen Menschen in vielen Bereichen vorlebt, dass es in erster Linie darum geht, nach sich selbst zu schauen und seine eigenen Rechte zu kennen. Mit dieser „Vorbildhaltung“ fördern wir indirekt solches egozentrisches und respektloses Verhalten.

Es gibt natürlich noch viele weitere Faktoren die eine Rolle spielen, doch eines steht für mich fest: Ich werde als Jugendreferent und als Bürger von Pfedelbach nicht wegschauen und auch nicht zulassen, dass Kinder und angehende Jugendliche alte Menschen, Mütter mit Kindern, Gleichaltrige und Kinder auf dem Spielplatz terrorisieren und drangsalieren.

Ich schau hin und tu was! Du auch?

Grenzerfahrungen und jede Menge Spaß hatten wir in den Pfingstferien auf unserer Abenteuerfreizeit in Frankreich. Insgesamt 15 Personen aus drei Ortschaften starteten zu einem 4-tägigen Tripp ins Elsaß. Es war die erste gemeinsame Freizeit der Jugendreferate Pfedelbach, Neuenstein und Kupferzell, die alle unter der Trägerschaft des Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg aggieren.

Es war eine reine Jungenfreizeit, was für die Gespräche (vor allem abends am Lagerfeuer) sehr gut war. Übernachtet wurde zwei mal auf einem sehr genialen Campingplatz und einmal auf einer Burgruine. Auf dem Programm stand neben chillen und Spaß auch Felsklettern, eine Survivaltour, Geocaching und eine Abseilaktion von einer Ruine.

Die vier Tage waren eine super Zeit für alle. Das Wetter hat mitgemacht, die Jungs waren eine tolle Truppe, das Mitarbeiterteam hat bestens zusammengearbeitet und der Spaßfaktor war insgesamt sehr hoch. Das Einzige was zu kurz kam war der Schlaf (1. Nacht nur 3 Stunden).

Es findet nun noch ein Nachtreffen statt, bei dem wir gemeinsam mit den Jungs und deren Eltern die Fotos und den etwa 1-stündigen Video der Freizeit anschauen und in schönen Erinnerungen schwelgen. Der Wunsch, soetwas zu wiederholen, wird dann sicher noch größer sein als er es bisher schon war. Mal sehn, vielleicht geht da ja was.

Start zur Survivaltour