… wenn es geklappt hätte. Doch das schlechte Wetter lies es nicht zu. Heute morgen sollte in Pfedellbach eine „Feldputze“ stattfinden. Dabei sollten Strassen und Felder gesäubert werden in dem Müll eingesammelt wird, den andere einfach wegwerfen. Um 8.45 Uhr sollte es am Bauhof losgehen. Trotzt starkem Regen und Orkanwarnung hatte ich mich, entsprechend gekleidet, auf den Weg gemacht. Doch ich ich war nicht alleine. Meine Frau, meine beiden Töchter Selina (5) und Maylin (fast 3) sowie 3 Jungs aus der Nachbarschaft begleiteten mich. Im Bauhof empfing uns Herr Kunkel mit der Nachricht dass die Feldputze für heute abgesagt sei. Dies war sicher eine Vernünftige und auch die richtige Entscheidung. Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h waren dann doch zu viel des Guten.
Doch was mich begeister hat, waren meine Kinder und die 3 Jungs (alle 8 Jahre alt) die mit einer riesen Begeisterung dieser Feldputze schon seit 3 Tagen entgegenfieberten. Dazu kam es, da meine Frau mit unseren Kindern den Schlosshof des Pfedelbacher Schlosses vom Müll befreite. Mit Müllzangen, die ich vor etwa einem Jahr gekauft habe. Die Jungs wollten helfen und als ich ihnen erzählte, dass sie dies am Samstag den ganzen Tag tun können, warn sie begeister. Jeden Tag fragten sie mich wann die Feldputze sei.
Ich habe eben erwähnt, dass ich mir vor etwa einem Jahr Müllzangen gekauft habe. Das war damals kein Zufall oder ein Super-Sonderangebot. Nein, es war ein ganz bewusster Kauf. Da mir und meinen Kindern auffiel, dass auf „unserem Spielplatz“ am Schloss immer sehr viel Müll herum lage, begann ich mit meinen Kindern regelmäßig den Spielplatz zu säubern. Damit wir die Zigarettenstummel und sonstigen Müll nicht mit der Hand anfassen mussten, besorgte ich 6 Müllzangen. Seither putze ich mit meinen Kindern immer mal wieder „unseren Spielplatz“, obwohl das auch der Bauhof tut. Jedoch denke ich dass es gut und wichtig ist, dass jeder Bürger auch selbst Verantwortung für seinen Sozialraum, in dem er lebt, übernimmt. So lernen meine Kinder schon jetzt dass Müll in den Mülleimer gehört und nicht einfach irgendwo auf den Boden geworfen werden soll. Sie haben das sogar schon so verinnerlicht, dass sie oft alleine anfangen Müll auf dem Spielplatz zu sammeln, ohne dass ich sie dazu animiere.
Das ganze hört sich sehr banal an, doch wenn ich mir das Verhalten vieler Jugendlicher aus meinem Jugendtreff ansehe, so merke ich, dass sie sich darüber keine Gedanken machen. Bei ihnen wird der Müll einfach dort zurückgelassen wo sie sich gerade aufhalten. Ihr Kommentar ist oft: Das räumt schon jemand weg! Diese Einstellung bringt mich oft innerlich (manchmal auch äußerlich) auf 180. So können viele Jugendliche auch den Sinn einer Feldputze nicht verstehen, geschweige denn sich ernsthaft überlegen einmal daran teil zu nehmen. Doch letztlich sind es auch sie, die solche Aktionen notwendig machen.
Wenn wir alle nur ein kleines bisschen mehr Verantwortung für unsere Umwelt und Umgebung übernehmen würden, könnte sich schon viel zum positiven hin verbessern. Ich werde nicht aufhören diese Werte (Umweltschutz, Verantwortung übernehmen, usw.) weiter zu vermitteln und vorzuleben, in der Hoffnung dass nicht nur meine Kinder davon angesteckt werden.
An dieser Stelle auch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter des Pfedelbacher Bauhofes. Sie sind es, die regelmäßig den vielen Müll wegräumen der so achtlos und oft vorsätzlich weggeworfen wird. Auch wenn es sicher zu ihren Aufgaben gehört, gibt es sicher auf für sie schönere und wichtigere Dinge zu tun.
Vielen Dank auch an all diejenigen, die im verborgenen oder kleinen dazu beitragen dass Pfedelbach ein schöner Ort zum leben ist und bleibt.
