Drogen in Pfedelbach (1)

Veröffentlicht: 21. Januar 2008 in Allgemeines, Gedanken, Informatives, Jugendarbeit, Politisches
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In der Hohenloher Zeitung fand ich vor kurzem diesen Artikel über Pfedelbach:

Drogen (1)

Immer wieder stellen Erwachsene mir die Frage, ob ich glaube dass es in Pfedelbach Drogen geben würde? Ein klares JA! ist meine prompte Antwort darauf, was die meisten verblüfft. Sie wollen oder können es nicht glauben, dass es in „unserem schönen kleinen Pfedelbach“, das mit Teilorten gerade einmal 9.000 Einwohner hat, so etwas wie Drogen geben soll.
Mein klares und promptes JA! kommt deshalb so schnell und überzeugend über meine Lippen, da ich als Jugendreferent Einblicke in die Pfedelbacher Jugendszene habe. Somit bin ich recht gut über den aktuellen Stand im Bereich Drogenkonsum in Pfedelbach informiert. Auch wenn das manch Erwachsener oder Politiker nicht wahr haben will, in Pfedelbach gibt es alle Drogen die man will, auch Heroin. Sicher ist die Situation nicht mit der einer Großstadt wie Heilbronn oder Stuttgart zu vergleichen.
Doch wenn ich mich mit Jugendlichen unterhalte, und wir über das Thema Drogenkonsum sprechen, bekomme ich als Statement zu hören: „In Pfedelbach kriegst du alles was du willst, kein Problem!“ Und solche Aussagen komme von 14 – 18-jährigen Jugendlichen.

Ich weiß nicht wer die beiden jungen Männer aus dem Presseartikel sind, noch ob es sich dabei um Pfedlbacher Bürger handelt. Doch ich weiß genau, dass es Pfedelbacher sein und ich sie durchaus kennen könnte.

Was also tun gegen den Konsum von Drogen in Pfedelbach?

–  Mehr Polizei?
–  Mehr Drogenaufklärung an Schulen?
–  Härtere Strafen für Dealer und Konsumenten?
–  Eine Drogenberatungsstelle in Pfedelbach einrichten?

All das sind Vorschläge und Ideen die sicher nicht schlecht sind. Ich vertrete jedoch auch noch einen anderen Ansatz: Mehr echte Beziehungen in Familien und Gesellschaft. Beziehunhen die tragfähig sind und von echter Liebe, Wertschätzung und Vertrauen geprägt sind. Mehr Eltern die mit ihren Kindern echte Zeit verbringen. Zeit die geplant und sinnvoll genutzt wird, nicht Zeit in der alle einfach nur zusammen sind. Ich glaube, dass die Grundlagen für feste Beziehungen, und somit für ein starkes Selbstwertgefühl, in der Kindheit gelegt wird. Dieses Selbstwertgefühl, und die damit verbundene Selbstsicherheit, sind aus meiner Sicht wesentlich mitentscheidend dafür, wie Jugendliche mit Drogen umgehen. Ich schreibe hier ganz bewusst „umgehen“ und nicht  „ob sie Drogen nehemen oder nicht“. Unsere Kinder, auch meine eigenen, werden früher oder später mit Drogen in Kontakt kommen. Ich werde dann mit Sicherheit nicht dabei sein und meine Kinder davor schützen können. Wenn es soweit ist, muss ich einen Großteil meiner „Arbeit“ bereits getan haben, nämlich in meinen Kindern so viel Selbstvertrauen und Selbstsicherheit hervorgebracht haben, dass sie dann NEIN! sagen können.

Weitere Informationn zum Thema Drogen finden sie hier!

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